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Ewigkeitssonntag

Letzter Sonntag des Kirchenjahres

22. November 2020

Offenbarung des Johannes  21,1-7                Das neue Jerusalem

 

1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

2 Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach:

Siehe da, das Zelt Gottes bei den Menschen!

Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;

4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein;

denn das Erste ist vergangen.

5 Und der auf dem Thron saß, sprach:

Siehe, ich mache alles neu!

Und er spricht:

Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

6 Und er sprach zu mir:

Es ist geschehen.

Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

 

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Liebe Gemeinde,

 

Einen neuen Himmel und eine neue Erde verheißt uns das Bibelwort für den Ewigkeitssonntag.

Wir Christen hoffen, dass der neue Himmel und die neue Erde bald kommen, obwohl wir doch auch sehr an diesem Leben und an dieser Welt hängen.

Weil wir eine Hoffnung haben auf den neuen Himmel und die neue Erde, darum blicken wir am Ende des Kirchenjahres nicht ängstlich, sondern zuversichtlich auf das, was das die Zukunft uns bringen wird.

Denn das neue Kirchenjahr beginnt ja mit dem Advent, mit der Zeit also, in der wir darauf warten, dass Gottes Sohn zu uns kommt.

Auch das neue Kirchenjahr steht unter der Verheißung Gottes.

Darauf vertrauen wir.

Und deshalb sehen wir schon jetzt auf das, was Gott in der Zukunft für uns bereithalten wird.

Von einer neuen Stadt ist da die Rede, vom himmlischen Jerusalem.

Schön zurechtgemacht wird sie sein, diese Stadt, zurechtgemacht wie eine Braut am Hochzeitstag.

So wie eine Braut lange nach ihrem Kostüm umschaut, damit es auch zu ihr passt, so wird diese Stadt viele Menschen zu einer Gemeinschaft vereinen, in der alles zusammenpasst, wie bei einem gut ausgewählten Brautkleid.

 

Freilich, uns Menschen in einer Wohlstandsgesellschaft fehlt die rechte Sehnsucht nach einem neuen Himmel und einer neuen Erde.

Denn im Grunde haben wir doch schon geschafft, wonach sich die Menschen gesehnt haben zu der Zeit als das Neue Testament geschrieben wurde.

Äußerlich sind unsere Städte und Dörfer prächtig geschmückt und bestens organisiert, so dass jeder in ihnen in Ruhe und Frieden leben kann.

Wenn wir Besuch von Ausländern bekommen, dann wird uns das immer wieder bewusst gemacht. Es lässt sich gut leben bei uns, weil es so vielfältige Möglichkeiten gibt, dass eigentlich jeder finden kann, was ihn anspricht.

 

Doch hinter den glänzenden Fassaden unserer Städte und Dörfer wird viel geweint, weil Menschen voneinander mehr erwarten als sie geben können.

Es wird viel geweint hinter leuchtenden Fassaden, weil der Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz so groß wird, dass die Anforderungen in der Arbeit vielen Menschen die Luft zum Atmen abschnürt.

Hinter glänzenden Fassaden brüllen Menschen sich gegenseitig an, weil sie nicht gelernt haben, einen Streit sachlich auszutragen und weil sie sich nicht die Zeit nehmen, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Fast alle von Ihnen habe Pfarrerin Weber und ich im vergangenen Jahr auf den Friedhof begleitet.

Wie viele Tränen sind dabei geflossen, wenn der Sarg ins Grab versenkt wurde…

… Tränen der dankbaren Erinnerung an viele gemeinsame Lebensjahre bei denen, die alt werden durften und den Tod als Erlösung empfanden.

… Tränen der Verzweiflung und der Ratlosigkeit bei denen, die den Tod eines Menschen betrauern, der viel zu früh aus unserer Mitte gerissen wurde.

 

Wir haben unsere Toten nicht einfach verscharrt, sondern wir haben sie auf ihrem letzten Weg unter uns begleitet mit unseren Gebeten, …

mit den Hoffnungsliedern unseres Glaubens,…

… mit dem Vertrauen, dass Gott bei ihnen bleiben wird und sie auferwecken wird zum Leben in seiner neuen Stadt des Friedens, im neuen Jerusalem.

 

In Gottes Stadt - im himmlischen Jerusalem - da werden wir nicht mehr weinend an Gräbern stehen.

In Gottes Stadt, da werden die Menschen eine Freude daran haben, sich gegenseitig zu fördern und weiterzubringen.

In Gottes Stadt, da werden die Menschen einander achten als Schwestern und Brüder.

Denn Gott bringt auch inneren Frieden hinter die glänzenden Fassaden seiner Stadt.

Denn Gottes Stadt wird ein sichtbares Zentrum haben, auf das hin sich alles Leben der Stadtbewohner ausrichtet.

Gott selber wird in dieser Stadt wohnen, mitten unter den Menschen.

Während in unseren Städten einer den anderen übertrumpfen will, lebt der Schöpfer des himmlischen Jerusalem in der bescheidensten aller Behausungen der Stadt.

Gott wohnt in einem Zelt und nicht im prächtigsten Palast der Stadt.

Was würden wir dazu sagen, wenn der bedeutendste Bürger einer Stadt mitten in der City wie ein Nomade in einem Zelt hausen würde?

Wahrscheinlich würden das viele nicht verstehen.

Es passt nicht zusammen, wenn in einer prächtigen Stadt, der in einem Zelt wohnt, der allein für alle Pracht sorgt und sorgen kann.

Und dennoch:

Für den Frieden im himmlischen Jerusalem ist es von ganz entscheidender Bedeutung, dass Gott wie ein Nomade im Zelt wohnt.

 

Denn Gott als Zeltbewohner führt uns immer wieder vor Augen, was allein den Frieden im Zusammenleben von Menschen begründen kann.

Der Zeltbewohner Gott begründet den Frieden, weil er seine Macht nicht dazu ausnutzt, um sich selber Vorteile zu verschaffen.

Gott herrscht in seiner Stadt, weil er den Menschen dient, die dort leben.

Zu einem solchen Stadtoberhaupt kann man Vertrauen entwickeln.

Nur ein solches Stadtoberhaupt bringt seine Bürgerinnen und Bürger dazu, selber einander zu dienen, statt sich gegenseitig zu übertrumpfen.

Weil Gott den Bürgern seiner Stadt dient, darum glänzt sie nach außen und lebt auch im Inneren im Frieden.

Einander dienen, das ist das Geheimnis eines friedlichen Zusammenlebens in einem Ort, in der Kirche und in der Familie.

Wo Menschen einander dienen, da will keiner mehr sein als der andere.

Wo Menschen einander dienen, da lässt einer den anderen mitkommen, da gibt es keinen Neid und keinen Hass.

Wo Menschen einander dienen, da tut jeder das Seine, um das Leben einer Gemeinschaft zu bereichern.

 

Christus erfüllt unsere Sehnsucht nach einem Leben, das auch einen inneren Frieden kennt.

Denn er ist das A und das O, der Anfang und das Ende.

Christus war dabei als Gott die Erde schuf.

Er hat uns in seinem Erdenleben deutlich gemacht, dass die wahre Größe eines Menschen darin besteht, seinen Mitmenschen zu dienen.

Jesus hat uns mit seinen Worten und Taten zum Wasser des Lebens gebracht, das allein Frieden in dieser Welt stiften kann.

Als der auferstandene Christus bleibt er für uns die Quelle dieses lebendigen Wassers.

Denn er befreit uns von aller Eitelkeit und vom Drang, uns in den Vordergrund zu schieben.

Christus lässt uns zu Menschen werden, die leben, wie es dem Willen Gottes entspricht.

Solange wir an dieser Quelle bleiben, …

solange wir aus dem Wort Christi leben, …

solange wirken wir füreinander, arbeiten aufeinander zu und bleiben trotz aller Gegensätzen in einer Gemeinde beieinander.

Weil in der Kirche bis heute sich völlig unterschiedliche Menschen um Verständigung miteinander bemühen, darum sind wir nicht nur mit einer schönen Fassade geschmückt, sondern geben der Welt auch ein Zeichen des inneren Friedens.

Sooft wir in der Kirche unterschiedliche Menschen zueinander bringen, sooft dienen wir einander.

Als Menschen, die sich gegenseitig dienen, bleiben wir Brüder und Schwestern unseres Herrn Jesus Christus.

Mit diesem Auftrag im Rücken beschließen wir dieses Kirchenjahr.

Mit diesem Auftrag im Rücken danken wir Gott für alles, was er im vergangenen Jahr für uns und unsere Gemeinde getan hat.

Wir danken dafür, dass wir beieinander geblieben sind unter seinem Wort und Sakrament.

Wir danken dafür, dass wir Trost finden durften an Krankenbetten, bei persönlichen Krisen und beim Abschied am Grab.

Wir danken dafür, dass viele Menschen dem Glauben die Treue halten, …

weil sie ihre Kinder zur Taufe bringen, …

weil junge Menschen sich konfirmieren und trauen lassen …

und weil unzählige Gemeindeglieder mithelfen unsere Kirche zu erhalten, in der wir den Schatz unseres Glaubens pflegen.

Wir danken Gott, dass wir in unserer Gemeinde Mitchristen finden, die uns trösten, wenn wir Sorgen haben, …

die mit uns lachen und feiern, wenn wir Erfolge haben, …

denen wir aber auch unser Leid klagen können, wenn wir Schweres durchstehen müssen.

Weil wir jetzt schon erfahren, dass Christus die Quelle des lebendigen Wassers ist, darum wissen wir unsere Verstorbenen auf einem guten Weg, dem Weg zum himmlischen Jerusalem

 

Wo Gott als Bürgermeister einer Stadt mitten unter Menschen wohnt, da werden die Menschen endlich den Frieden miteinander finden, den sie immer hereingesehnt haben.

 

Mit dieser Hoffnung im Herzen denken wir getröstet an unsere Verstorbenen, blicken aber zugleich hoffnungsvoll in das neue Kirchenjahr, weil wir darauf vertrauen dürfen, dass Gott uns auch in Zukunft segnend, tröstend, ermutigend, aber auch väterlich ermahnend begleiten wird.

 

Amen

 

Es grüßt Sie, Ihr Pfarrer Jürgen Rix

Der Christ in dieser Zeit

Gedanken zum Ewigkeitssonntag

Bayerische Rundschau 21.11.2020

Maria ist gestorben – Maria, eine Frau Mitte 40.

Dreimal ist sie Mutter geworden –  Angela, ihre Nachzüglerin war bei ihrem Tod gerade einmal 10 Jahre alt.

Maria hatte Bauspeicheldrüsenkrebs.

Die aggressive Krankheit hat aus dieser kräftigen und zupackenden Frau innerhalb von fünf Monaten eine ausgemergelte Gestalt gemacht, die sich zum Schluss hin den baldigen Tod als Erlösung wünschte.

Angela hat das alles miterlebt.

Gleichzeitig ging ihr Leben weiter.

Sie ging zur Schule, musste lernen und traf sich am Nachmittag mit ihren Freundinnen.

Als Maria beerdigt wurde, war das ganze Dorf auf den Beinen.

Keinen ließ dieser letzte Gang ungerührt.

So viele Tränen wie an diesem Tag habe ich selten fließen sehen – Tränen der Rührung vor allem, wenn die Blicke sich auf Angela richteten, als sie mit dem Vater und den größeren Brüdern am Grab stand und zusehen musste, wie der Sarg Marias in die Erde versenkt wurde.

Anschließend versammelte sich die große Familie zum Leichenmahl.

Angela hat irgendwann das Wirtshaus verlassen und nach anderen Kindern gesucht, die mit ihr spielen.

Bald waren sie zu viert beieinander beim Gummihüpfen.

Die Mutter einer Spielkameradin fragte Angela:

„Na, wie geht es dir denn jetzt?“

„Ach weißt Du“, war ihre Antwort: „Vorhin haben wir die Mama beerdigt und jetzt feiern wir ihr Fest.“

Diese Antwort hat die fragende Mutter überwältigt.

Sie musste ihre Tränen zurückhalten.

„Du bist aber tapfer!“

Mehr konnte sie zu Angela nicht sagen.

„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen…“, so heißt es im Bibelwort für den morgigen Ewigkeits- oder Totensonntag (Offenbarung 21,4). Offenbar hat der Trauergottesdienst, die große Anteilnahme des Dorfes und die Atmosphäre der Beisetzung Angela in eine Stimmung des inneren Friedens versetzt.

Dies ihr half, zuversichtlich nach vorne zu blicken in ein Leben ohne die vertraute Mutter.

Wirklich stark, wie menschliche Anteilnahme und die Hoffnung des Glaubens ein Kind in die Lage versetzen können, auch im größten Leid offen zu sein für das, was kommen wird!

 

Es grüßt Sie,

 

Pfarrer Jürgen Rix, Mangersreuth


Buß- und Bettag

19. November 2020

Jesja 1,10-18

 

10 Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom!

Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra!

11 Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR.

Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke.

12 Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet?

13 Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer!

Das Räucherwerk ist mir ein Greuel!

Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht!

14 Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen.

15 Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut.

16 Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen!

17 Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht, führet der Witwen Sache!

18 So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR.

Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.

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Liebe Gemeinde,

 

eine harte Mahnrede hält der Prophet Jesaia da seiner Zuhörerschaft in Jerusalem!

Die prunkvollen Gottesdienste wischt er mit einem Streich vom Tisch!

Vor allem die Tieropfer der Reichen betrachtet er als eine nutzlose Schlächterei.

„Was sollen all diese ausufernden Feste zur vermeintlichen Ehre Gottes“, so fragt Jesaia, „wenn es doch in Israel strotzt vor Unrecht“?

Da wurden mitten im Volk Gottes Waisenkinder als Leibeigene verkauft und mussten von da ab leben wie Sklaven.

Da wurden die Witwen Stück für Stück um ihr Hab und Gut gebracht, bis sie schließlich im Elend auf der Gasse landeten.

So sah die eine Seite der Lebenswirklichkeit in Jerusalem aus.

Den einfachen Leuten ging es Jahr um Jahr schlechter, doch auf der anderen Seite fanden tagtäglich rauschende Opferfeiern auf dem Tempelplatz statt.

Bei diesen Feiern wurden die Opfertiere nicht vollständig verbrannt.

Vielmehr opferte man nur die Innereien, die bekömmlichen Teile verspeiste man mit den eigenen Angehörigen und Freunden.

„Ochs am Spieß“ - diese Delikatesse, die noch heute hochgeschätzt wird, das galt damals als Opfer für Gott.

Da wundert es nicht, dass solche Opferfeiern sehr beliebt waren bei den Reichen zur Zeit des Jesaia.

 

So ging es also zu im alten Israel...

Die einen schwelgen und prassen im Namen Gottes und die anderen landen auf der Gasse!

Die einen feiern mit Ihresgleichen und den Priestern protzige Opfermahlzeiten auf dem Tempelplatz, die Witwen und Tagelöhner, die zum Beten kommen, müssen zusehen und bekommen nichts ab.

 

Dieses Verhalten empört Gott.

Im Volk Israel, da sollte doch jeder zu essen und ein Dach über dem Kopf haben.

Hat nicht Gott in der Wüste dafür gesorgt, dass keiner darben muss?

Und jetzt, wo Israel in einem Land lebt, wo Milch und Honig fließen, da gibt es solche himmelschreienden Unterschiede zwischen den Israeliten.

Das läuft dem Willen Gottes zuwider.

Und darum hält Jesaia eine strafende Rede.

Wäre es nicht angebracht, dass die Reichen den Armen helfen, statt in Opferfeiern unter Ihresgleichen mit Reichtum zu prahlen?

„Wenn ihr zu mir betet, dann höre ich euch nicht, denn eure Hände sind voll Blut“, so beschimpft Jesaia die Oberen in Jerusalem im Namen Gottes.

„Lernt Gutes tun!

Trachtet nach Recht und helft den unterdrückten Waisen und Witwen“!

So und nicht anders soll der Glaube an Gott gelebt werden.

Von den Ellbogengläubigen hat Jesaja die Nase voll.

Am Sabbat zu Gott beten und unter der Woche die Wehrlosen verknechten, das kann doch wohl nicht zusammenpassen.

Weil ihn dieser Gegensatz anwidert, darum ekelt es den Jesaja vor dem religiösen Treiben in Jerusalem.

Scheinheilig ist diese religiöse Betriebsamkeit, weil da ein Glaube gelebt wird, der sich nicht ins alltägliche Leben hinein auswirkt.

Doch genau das wäre Gottes Wille.

Glaube soll sich auswirken im täglichen Zusammenleben der Menschen.

Im Volk Gottes, da soll jeder genug zum Leben und Platz dafür haben, um sich zu entfalten.

Mutig ist er schon, dieser Jesaia!

Er nimmt kein Blatt vor dem Mund und legt den Finger mitten in die offene Wunde.

 

Doch Jesaia redet ja nicht nur die Israeliten von damals an.

Er will mit seinem Wort ja auch uns hier in Mangersreuth ansprechen.

Sind wir auch Sodom und Gomorrah?

 

Wer von uns hat schon Blut an den Händen?

Wer von uns muss sich vorhalten lassen, dass er andere verknechtet?

 

Es mag ja sein, dass wir alle am Hunger in der 3. Welt mit Schuld tragen.

Denn wir leben nur deshalb so gut, weil die Länder der 3. Welt ihre Rohstoffe viel zu billig an uns verkaufen.

Wer von uns leidet nicht mit am Elend der Menschen im Kongo oder in Haiti?

Wer beklagt es denn nicht, dass er auch ein Zahn im Räderwerk dieser Schuld-verstrickung ist?

Doch viele von uns tun ja auch etwas gegen das Unrecht.

Bald, im Advent findet wieder die Tütensammlung für „Brot für die Welt“ statt.

Auch da zeigt sich unsere Gemeinde immer als spendabel.

Wir lassen uns also etwas einfallen gegen das Elend in der Welt, weil uns die Menschen anderswo eben nicht egal sind.

Freilich wissen wir alle:

Das sind nur Tropfen auf den heißen Stein!

Denn trotz unserer Anstrengungen ändert sich wenig am Unrecht auf dieser Welt.

 

Doch sollen wir uns deswegen in Sack und Asche kleiden und bei jedem Bissen in unser Essen daran denken, dass jetzt gerade in Bangladesch ein Kind an Hunger stirbt?

Ich könnte so nicht leben.

Ich könnte es nicht aushalten, mir ständig vorzuhalten, dass es mir besser geht als den meisten Menschen.

Und darum ist es gut, wenn wir am Buß- und Bettag Gott, unseren Vater, darum bitten, dass er selber für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt sorgt, weil wir von hier aus so wenig zum Besseren wenden können.

Wir beklagen also unsere Verstrickung in das Gewebe der Ausbeutung in dieser Welt. Doch trotzdem!

Sodom und Gomorra ist unsere Gemeinde deswegen aber nicht.

 

Wer sich heute zum Gottesdienst rufen läßt, der tut das freiwillig, ohne Zwang, denn heute kümmert es in Kulmbach niemanden mehr, wenn einer um die Kirche einen Bogen macht.

Wer heute zum Gottesdienst kommt, der überlegt sich etwas dabei, der bemüht sich in der Regel auch darum, mit seinen Mitmenschen in Frieden zusammenzuleben.

Freilich hat jeder von uns seine Fehler!

Jeder von uns hat seine Schatten der Eitelkeit und des falschen Stolzes, über die er nicht springen kann.

Jeder wird auch wissen, worum er Gott nachher bei der Beichte um Vergebung bitten wird.

Doch trotz alledem!

Sodom und Gomorra sind wir nicht!

Denn wir fragen ernsthaft nach dem Willen Gottes.

Wir beten zu Gott und tun auch das eine oder andere Nützliche.

Wir besuchen die Neuzugezogenen und bieten ihnen unsere Gemeinschaft an.

Wir kümmern uns um Alte, Kranke und Einsame. Und wir sind für diese Menschen oft die letzte Stütze im Leben.

 

Ich kenne sogar Leute in unserer Gemeinde, die sich für das Allgemeinwohl geradezu aufreiben, so dass ich mir oft denke:

„Wenn du ein wenig mehr auf dich selber achten würdest, wärst du sicher ausgeglichener“.

Also, passt es so wie es bei uns läuft?

Können wir uns am Buß- und Bettag selbstzufrieden auf die Schulter klopfen und die Buße auf ein andermal verschieben?

Haben wir keine Buße nötig am Buß- und Bettag?

 

Jedenfalls nicht so, dass da ein Pfarrer auf die Kanzel steigt und den Leuten vorhält, was sie alles nicht getan haben ohne zu würdigen, was gleichzeitig in der Gemeinde an Gutem geleistet wurde.

Wir Christen haben keine Bußpredigt nötig, die uns nur unsere Schwächen vorhält, weil wir längst wissen, dass uns sowieso nur Gott allein dazu bewegen kann, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun.

 

Und tatsächlich heißt es am Ende unseres Predigtabschnitts.

 

So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR:

Wenn Eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.

 

So ist evangelische Buße richtig verstanden.

Gott tut etwas, um unsere Sünde von uns zu nehmen

Er lässt seinen Sohn Jesus Christus Mensch werden und gibt ihn hin ans Kreuz, damit er unsere Sünde trägt.

Christus hat uns befreit von der Macht der Sünde und deshalb stehen wir, die wir hier im Namen Jesu versammelt sind, auch makellos weiß vor Gott.

Wir sind eben nicht irgendwelche Heiden, die erst zu Gott bekehrt werden müssen.

Wir brauchen uns auch von niemandem einreden lassen, dass wir gottlos handeln würden.

Christus hat uns doch freigesprochen.

Und darum lädt er uns auch an seinen Tisch ein, versichert uns seiner Nähe und vergibt uns unsere Schuld.

Weil Christus bei uns bleiben will, darum können wir in der Beichte unsere Sünde bekennen.

Wir können Gott unsere Not klagen, ihm anvertrauen, wo wir versagt haben, wo wir unserem Nächsten Hilfe schuldig geblieben sind und wo wir Arbeit, die wir hätten tun sollen, auf andere abgewälzt haben.

Wir bitten auch darum, dass es uns gelingt, die Probleme der Zukunft, zum Beispiel das Problem der alternden Gesellschaft menschlich miteinander zu lösen.

 

Doch um dazu fähig zu sein, brauchen wir die Zusage Gottes, dass er sich an uns bindet.

Weil wir Kinder Gottes sind, darum wird er uns und unsere Kirche auch bewahren. Gott verheißt uns, dass er bei uns bleiben wird bis über unseren Tod hinaus.

Er wird uns zu einem neuen Leben erwecken in seiner neuen Schöpfung.

Darum bekennen wir in der Beichte unsere Sünde gern.

Denn wir wissen:

„Gott nimmt uns trotz all unserer Schwächen an!

Er ist der liebe Vater, der zu seinen Kindern steht und sie in väterlicher Liebe wieder auf den rechten Weg bringt, wenn sie sich verirrt haben.

 

 

Amen

 

Es grüßt Sie, Ihr Pfarrer Jürgen Rix

 

 


20. Sonntag nach Trinitatis

25. Oktober 2020

 

Mk. 2, 23-28, 20. So. n. Trin., 25.10.2020

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Und es begab sich, dass Jesus am Sabbat durch ein Kornfeld ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist?

Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: Wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit Abjatars, des Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren?

Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat.

 

Liebe Gemeinde, er beginnt so friedlich, unser Predigttext, mit einem Sabbat-, einem Sonntagsspaziergang. Jesus und seine Jünger sind unterwegs. Woher, wohin, das ist nicht gesagt, auch nicht, wie lang ihr Weg war – und das ist durchaus von Bedeutung, denn am Sabbat durfte man nur ca. 1000 Schritte gehen. Sie kommen durch ein Kornfeld und haben wohl Hunger, denn die Jünger beginnen Ähren zu raufen, haben sie vermutlich zerrieben und dann gegessen. Das besänftigte die hungrigen Mägen wenigstens aufs Erste. Jesus verbietet es ihnen nicht, obwohl diese Tätigkeit streng genommen als Ernten und damit als Arbeit ausgelegt werden konnte, was am Sabbat natürlich verboten war. Da Jesus und seine Jünger nicht allein sind – die Pharisäer sind ihnen dicht auf den Fersen, wird dieses nicht korrekte Verhalten auch sofort registriert. Zur Info: Die Pharisäer, das waren die absoluten Experten auf diesem Gebiet. Sie kannten sich wie niemand sonst mit den Gesetzen und Geboten des AT aus. Sie hielten sie selbst sehr streng ein und schauten eben auch, dass das Volk sie beachtete. Das ist ja auch durchaus positiv zu werten, wenn es Menschen und auch Instanzen gibt, die auf die Einhaltung von Geboten achten. Besonders im Fokus standen dabei immer schon die Sabbatgebote.

 Der Sabbat, der übrigens von Freitagabend bis Samstagabend geht, erinnert an den siebten Tag der Schöpfung, an dem Gott diesen besonderen Tag der Ruhe schuf. Gott segnet und heiligt diesen Tag in ganz besonderer Weise. Die Juden achten und ehren diesen Tag als kostbares Geschenk Gottes. Um ihn quasi rein zu halten und damit vor Veränderung zu schützen, haben sich immer mehr Anordnungen und Anweisungen um den Sabbat herum entwickelt. Für gläubige Juden ist es hochkompliziert, den Sabbat wirklich einzuhalten.  Es gibt unendlich viele Anordnungen dafür und der Sabbat muss sehr gut geplant werden, damit alle diese Regeln eingehalten werden können.

 Für uns ist das alles ein bisschen fremd, aber ich kann es auch nachvollziehen, dass man, wie gesagt, versucht, diesen kostbaren Tag davor zu bewahren sucht, dass er im Alltag unterzugeht.

 Jesus und seine Jünger waren Juden. Sie sind von ihren Eltern im jüdischen Glauben erzogen worden und kannten selbstverständlich auch die Gebote, die mit dem Sabbat einhergehen. Deswegen fragt man sich schon: Warum weist Jesus, der die Pharisäer ja wohl bemerkt haben wird, seine Jünger nicht zurecht? Stattdessen provoziert er geradezu die Auseinandersetzung. Und so löst dieser in unseren Augen eher harmlose Mundraub eine große Diskussion aus: Was ist erlaubt am Ruhetag und was nicht?

 

Hier können wir nun leicht in unseren christlichen Alltag hineinspringen. Denn diese Diskussion, was erlaubt ist und was nicht, ist uns ja auch nicht fremd. Wir Christen haben den wöchentlichen Ruhetag zwar um einen Tag auf den Sonntag verschoben, weil der Sonntag der Tag der Auferstehung Christi ist, aber die Wurzeln sind ja gleich geblieben: Es ist der Tag, den Gott besonders geheiligt hat, indem er die Ruhe erschuf. Wir fragen uns für den Sonntag genauso wie es die Juden für den Sabbat fragen: Was ist erlaubt an diesem besonderen Tag und was nicht? Und warum und warum nicht? Was macht man am Sonntag? Alles das, was so liegen blieb während der Woche und nun auch mal erledigt werden muss? Bleibt man zuhause oder pflegt man lieber Beziehungen – soweit Corona das zulässt. Darf das Auto gewaschen werden oder nicht? Schläft man aus oder geht man in die Kirche? Dürfen am Sonntag die Englisch-Vokabeln gelernt werden oder nicht? Und die Fragen gehen noch viel weiter: Dürfen Läden am Sonntag offen sein? Dürfen Arbeitgeber verlangen, dass Arbeitnehmer auch am Sonntag erreichbar sein müssen? Und so reicht der Streit um die rechte Einhaltung des Ruhetages von der biblischen Kornfeldszene bis hin zur Debatte ums Ladenschlussgesetz und den verkaufsoffenen Sonntagen.

Wie gesagt, die Pharisäer versuchten, diesen verletzlichen Tag zu retten, indem sie immer genauer festschrieben, was erlaubt war und was nicht. Sie grenzten ihn damit aber auch immer stärker ein und nahmen ihm dadurch auch manche unbefangene Freiheit. Jeder, der mit einer festgelegten Begrenzung kollidierte, wurde von ihnen zur Rede gestellt. So eben auch Jesus. Der antwortet darauf zunächst mit einer Geschichte, die vom König David handelt. „Wisst ihr nicht“, sagt er, dass auch der berühmteste, der von Gott berufene König David, das Gesetz gebrochen hatte, indem er und seine Truppe die Schubrote aßen, die eigentlich nur die Priester essen durften?“ Was Jesus damit sagen will: Wenn David das durfte, eben weil es um das Wohlergehen seiner Leute ging, dann darf er, Jesus, der Menschensohn, es erst recht. Aber diese kleine eingeschobene Geschichte sagt noch nicht das Wesentliche aus. Das kommt erst mit dem Satz: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen!“ Das heißt: Der Sabbat muss dem Menschen dienen, nicht der Mensch dem Sabbat. Der Sabbat ist dazu da, dass der Mensch die Freiheit hat, aus seinem Alltag herausgehen zu dürfen.

Das eröffnet nun sehr viel Freiheit. Dennoch wäre es falsch zu sagen: Am Sabbat/Sonntag kann jeder machen was er will; es ist egal. So ist es nicht gemeint, denn dieser Tag ist eindeutig auf Gott bezogen. Nur in der Beziehung auf Gott hin, bekommt er die richtige Wertigkeit. Der siebte Tag ist der Tag des Gottesdienstes. Sie haben sich also heute schon mal für die schönste Form entschieden, den Sonntag zu feiern. Sie sind hier im Gottesdienst. Wobei Gottesdienst ja heißt, dass Gott uns dient, weil er uns Zeit schenkt, sein Wort schenkt, das Abendmahl anbietet, Gemeinschaft, Orientierung, die uns dann auch für den Rest der Woche helfen will.

Wenn wir den Sonntag aus diesem Bezug herausnehmen und individualisieren, so nach dem Motto „Da kann jeder machen, was er will“, dann erlauben wir, dass der Tag Gottes der Verfügung des Menschen unterstellt wird. Aber der Sonntag kann, will man ihn recht einhalten, immer nur auf Gott bezogen sein. Wir treten an diesem Tag bewusst und öffentlich zu Gott in Beziehung, indem wir singen und beten, reden und hören, taufen und Abendmahl feiern. Wir sagen bewusst und öffentlich, wem wir am Sonntag dienen wollen bzw. von wem wir uns dienen lassen. Vertreiben wir Gott von diesem Platz, dann wird dieser Platz nicht etwa leer bleiben, sondern es werden andere Herren an diese Stelle treten. Ob die besser sind als Jesus – da ist meine klare Meinung: Ganz sicher nicht!

Ich möchte als Abschluss noch ganz kurz auf das Wort heiligen eingehen. Am Anfang sagte ich ja, dass Gott diesen besonderen Tag segnete und heiligte. So können wir es gleich am Anfang der Bibel in der Schöpfungsgeschichte lesen. Das Wort „heilig“ ist nicht so ganz eindeutig zu klären, aber es ist wohl mit den Worten „Zauber“ und „Glück“ verwandt. Wobei „Glück“ wiederum einen Bezug zu „selig“ hat. Glückselig – das kennen wir. Wenn Gott diesen siebten Tag heiligt, dann soll er uns zum Glück, zum Segen dienen. Und da wir Christen den Sonntag ja als ersten Tag der Woche, als Anfang der Woche sehen, zitiere ich jetzt mal den guten alten Hermann Hesse mit seinem wunderbaren Gedicht „Stufen“, wo es heißt: „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

 

Der Sonntag  als wöchentlicher Neuanfang, bei dem Altes abgelegt und Neues zugesprochen wird, der Tag, an dem Gott uns zuspricht, dass er bei uns ist, sich an uns bindet und uns dadurch beschützt – das ist der Tag des Heils, des Glücks, des Segens. Das ist der Sonntag. Und was wir hier bekommen, das hilft uns zu leben – bis zum nächsten Sonntag, wo wieder ein Tag des Glücks auf uns wartet. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unser menschliches Begreifen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Es grüßt Sie herzlich und wünscht Ihnen einen glücklichen Sonntag Ihre Pfarrerin Bettina Weber


17. Sonntag nach Trinitatis

Erntedank

4. Oktober 2020

Mk. 8, 1-9, Erntedank 4.10.20

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

 

Predigttext (Gute Nachricht): Damals waren wieder einmal viele Menschen bei Jesus versammelt, und sie hatten nichts zu essen. Da rief Jesus die Jünger zu sich und sagte: „Die Leute tun mir Leid. Seit drei Tagen sind sie hier bei mir und haben nichts zu essen. Wenn ich sie jetzt hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn sie sind zum Teil von weit her gekommen.“

 

Die Jünger gaben zu bedenken: „Wo soll jemand hier in dieser unbewohnten Gegend das Brot hernehmen, um all diese Menschen satt zu machen?“

 

„Wie viele Brote habt ihr?“, fragte Jesus, und sie sagten: „Sieben!“ Da forderte er die Leute auf, sich auf die Erde zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach darüber das Dankgebet, brach sie in Stücke und gab sie seinen Jüngern zum Austeilen. Die Jünger verteilten sie an die Menge.

 

Außerdem hatten sie ein paar kleine Fische. Jesus segnete sie und ließ sie ebenfalls austeilen. Die Leute aßen und wurden satt und füllten sogar noch sieben Körbe mit dem Brot, das übrig blieb. Es waren etwa viertausend Menschen. Dann schickte Jesus sie nach Hause.

 

 Liebe Gemeinde,

stellen Sie sich vor, Sie würden ganz normal ganz gemütlich zuhause sitzen und nichts weiter erwarten als einen ruhigen Abend. Da klingelt es und ein guter Freund von Ihnen steht vor der Tür und hinter ihm sehen sie weitere Menschen, ganz viele, sagen wir mal ca. 50-60 Leute. Alle schauen Sie erwartungsvoll an. Ihr Freund, gutgelaunt, sagt zu Ihnen: „Ich wollte einfach einmal wieder zu dir kommen und weil es mir bei dir so gut gefällt, habe ich auch meine Familie und meine Freunde mitgebracht und die haben auch ihre Familien und Freunde dabei. Wir sind weit gelaufen, hatten einen schönen Tag, haben uns vor allem aber auf dich gefreut. Nun sind wir müde und hungrig. Sag, hast du nicht etwas zu essen für uns?“

 

Wie würden Sie darauf reagieren? Also ganz ehrlich, ich würde schon etwas am Verstand meines Freundes zweifeln, vielleicht würde ich mir auch kurz wünschen, dass ich die Tür nicht aufgemacht hätte, aber dann: Es würde mich auch rühren, wenn mir jemand so vertraut, mir so viel zutraut. Na, und dann würde ich halt zusammensuchen, was da ist – und irgendwie würde schon jeder was kriegen. Wenn man nette Nachbarn hat, könnte man ja auch die fragen, ob sie ein Paket Nudeln beisteuern oder sie am besten gleich kochen oder ob sie vielleicht ein paar Scheiben Brot oder sonst was entbehren könnten. Könnte was richtig Tolles draus werden. Voraussetzung ist: die Tür aufmachen.

 

Perspektivenwechsel: Ich hab mich gefragt, was muss in jemandem vorgehen, dass er Jesus in die Wüste nachläuft und ihm drei Tage lang zuhört? Wer so etwas macht, ist doch verrückt oder vielleicht realitätsfremd? Oder vielleicht  - hungrig? So hungrig nach der Nähe von Jesus, seiner besonderen Art von Gott zu erzählen, dass er oder sie tatsächlich alles andere vergisst. Wie hungrig sind wir nach dem Wort, nach der Nähe Gottes?

Jesus weiß anscheinend, dass wir hungrig sind, denn er hat die Tür aufgemacht. Die Himmelstür hat sich geöffnet und Jesus ist durch sie hindurch hinab auf die Erde gekommen. Er hätte die Tür auch zulassen, bequem, sicher und satt im Himmel bleiben können. Aber das wollte er nicht. Er wollte einer von uns sein. Als einer von uns sieht er nun auch, was wir brauchen und wonach wir Hunger haben an Leib und Seele. In der Speisungsgeschichte macht er seine Jünger darauf aufmerksam: „Die Leute tun mir Leid, wörtlich heißt es „Es zerriss ihm das Herz“, Luther hat es mit „Es jammerte ihn“ übersetzt.  „Seit drei Tagen“, sagt Jesus, „sind sie hier bei mir und haben nichts zu essen. Wenn ich sie jetzt hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn sie sind zum Teil von weit her gekommen.“

Die Jünger sind durchaus einsichtig, aber sie haben keine Lösung. „Ja“, sagen sie, „das ist richtig, aber wie sollen wir die denn satt bekommen? Die Gegend ist unbewohnt – hier gibt es nichts.“

 

Mir ist zu diesem „unbewohnt“ ein Vers aus der Offenbarung eingefallen, wo es heißt „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen. Gott wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine Klage und keine Quälerei mehr. Denn Gott sagt: Siehe, ich mache alles neu!“

Wenn jetzt jemand denkt: „So was ist doch völlig utopisch, also etwas, was nie verwirklicht werden kann; so ein Ort, das kann doch nur ein Wunschtraum sein!“ – wenn jemand das denkt, dann hat er Recht, denn der eigentliche Wortsinn von utopisch ist une topos und d.h. ohne Ort/ohne Wohnung/unbewohnt.

Aber Jesus hat Wohnung genommen mitten unter uns. Er hat damit allem Unbewohnten, aller scheinbarer Utopie einen Platz gegeben. Mit ihm und durch ihn ist etwas völlig Neues angebrochen: Das Reich Gottes, das mitten unter uns wächst, wenn wir ihm Raum, Wohnung, einen Ort geben. Und wo unser Verstand sagt: „Das geht nie!“, sagt Jesus „Doch, das geht!“ und macht den ersten Schritt, indem er seine Jünger fragt: „Wie viele Brote habt ihr?“ „Sieben“ sagen die Jünger.

„Sieben? Hah!“, schreit unser Verstand höhnisch auf – „na, damit kommst du nicht weit. Damit kannst du die Realität nicht ändern!“

„Sieben?“, sagt Jesus – „das reicht vollkommen!“ Und dann nimmt er diese sieben Brote (so wenig? So viel!) und spricht ein Dankgebet darüber. Das ist ganz entscheidend. Er dankt für das, was da ist. Er sieht es nicht als Mangel, sondern als Möglichkeit.

Und dann zerbricht er das Brot in Stücke und teilt es nicht etwas selbst aus, sondern gibt es seinen Jüngern zum Austeilen.  Das machen sie – und bringen dann noch ein paar Fische zu Jesus, die plötzlich irgendwo aufgetaucht sind. Auch diese Fische segnet Jesus und lässt sie verteilen. Alle essen, alle werden satt – ja, es bleiben sogar sieben Körbe mit Brotstücken übrig.

Und dann, ich sehe Jesus lächeln, und ich höre ihn sagen: „So, jetzt seid ihr satt, an Seele und Leib. Jetzt geht nach Hause, geht zurück in eure Wohnungen, bewohnt sie und denkt daran: Gott wohnt mitten unter uns!“

Ist das nicht eine wunderschöne Geschichte? Keine wird so oft in verschiedenen Varianten in den Evangelien erzählt wie sie. Insgesamt sechs Mal!

 

Es wird ja schon ewig daran herumgerätselt, wie Jesus das gemacht hat. Und oft wird es so gedeutet, dass eben jeder seine bisher gut versteckte Brotzeit ausgepackt hat und die Menschen geteilt haben, was sie hatten, aber vorher nicht teilen wollten. Die Fische, die plötzlich gebracht werden, könnten auf so was hindeuten. Wenn es so war, wäre es für mich auch ein Wunder, denn die Menschen zum Teilen zu bringen, ist ja so ziemlich das Schwerste, was es gibt. Vielleicht war es so, dass Jesus die Menschen zum Teilen gebracht hat, aber ich glaube, dass noch viel mehr dahinter steckt. Es geht darum, sich zu trauen, die Tür aufzumachen. Es geht darum, sich zu trauen, den ersten Schritt zu tun. Es geht darum, zu vertrauen, dass es Jesus ist, der die Hände füllt, nicht unsere eigene Kraft. Es geht darum, dass unsere Welt tatsächlich für alle genug hat. Niemand müsste hungern. Wenn da eben nicht so viele Türen zu wären.

Jesus hat ganz grundsätzlich Türen geöffnet: Die Tür vom Himmel, die Tür zum Stall, die Tür zum Tempel, die Tür zum Grab. Die Tür zum Leben.

Macht es auch, sagt er. Macht nicht dicht. Macht auf. Warum habt ihr so viel Angst? Ich bin doch da. Ich wohne mitten unter euch. Und meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!

Es gibt so viele Geschichten, wo Menschen sich das getraut haben und wo dann tatsächlich aus einem ersten kleinen Schritt heraus unglaublich viel wurde. Und da muss ich die Kirchen mal loben, weil die kirchlichen Hilfswerke wie Brot für die Welt oder Misereor sich nicht mit der gängigen Politik oder den gängigen Wirtschaftsstrukturen abgefunden haben, sondern es wagten, es anders zu machen: Fast ausschließlich durch Spenden wurden in vielen armen Ländern Kleinbetriebe finanziert und es wurden Handelsverbindungen mit eigenen ehrenamtlich geführten Läden aufgebaut. Was wurden diese Dritte-Welt-Läden, was wurde der Faire Handel oder die Gepa anfangs belächelt: Ist doch utopisch, was die vorhaben. Und heute: Heute ist der Faire Handel auch wirtschaftlich ein Faktor geworden, der in den großen Lebensmittelkonzernen eine wichtige Rolle spielt. Es gibt in Kulmbach einen Eine-Welt-Laden. Unterstützen Sie ihn doch bitte!

 

Ein anderes Beispiel, hab ich irgendwo gelesen: Hillbrow, das ist ein Stadtteil von Johannisburg in S-Afrika. Das war einmal eine sehr edle Gegend, wurde aber mit der Zeit zu einem heruntergekommenen Ghetto. Die dort ansässige, ursprünglich deutsch-lutherische Friedensgemeinde kam dadurch auch in eine Krise und musste sich schließlich fragen: Sollen wir unsere Gemeinde aufgeben, irgendwo anders hingehen? Nun war aber diese Kirche von einem kleinen Park umgeben – dort spielten gern die Kinder und kamen auch immer wieder in die Kirche. Sie wurden auch unterstützt, wie es halt möglich war. Als sich die Kirchenleitung nun überlegte „Sollen wir gehen?“ stellte eine Frau die entscheidende Frage „Ja, und die Kinder? Wollen wir diese Kinder im Stich lassen?“ Nur dieser eine Satz war es – das waren die sieben Brote und die paar Fische. Aber es genügte. Die Gemeinde blieb und richtete sich ganz neu aus, nämlich auf die Kinder. Sie bot Kinderwochen an, die zunehmend von Hunderten von Kindern besucht wurden und die zur Rettung von vielen wurden, weil sie dort an Leib und Seele satt wurden. Noch heute ist diese Gemeinde mit ihrer diakonischen Ausrichtung eine kleine Oase oft mitten im Chaos. Fast nichts war da – und es hat gereicht, weil Gott seinen Segen drauf legte und Menschen die Türen nicht zumachten, sondern sich trauten, mit Gottes Kraft neue zu öffnen.

Erinnern Sie sich an die Szene am Anfang: Wenn plötzlich ein paar Dutzend Menschen vor der Tür stehen und Hunger haben? Vielleicht ist es auch nur einer, der hungrig ist an Leib und Seele. Es kann was richtig Großes und Schönes daraus werden. Das einzige, was wir machen müssen, ist, die Tür aufzumachen, damit unsere Angst hinaus – und der Geist Gottes herein kann. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unser menschliches Verstehen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Bettina Weber

16. Sonntag nach Trinitatis

299. Mangersreuther Kirchweih

20. September 2020

Pfarrer Jürgen Rix
Spiritualität junger Menschen - auch so wirkt Gottes guter Geist

16. Sonntag nach Trinitatis             27.9.2020        

 

Das Predigtwort: 2 Tim 1, 7

 Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

 

 

Liebe Gemeinde,

 

Kirchweih feiern wir heute zum 299. Mal als evangelische Gemeinde hier in Mangersreuth.

Was hält uns zusammen über fast 300 Jahre hinweg bei all den Veränderungen, die sich in der zurückliegenden Zeit ereignet haben?

Von Untertanen der Markgrafen, des Kaisers und der Nazis haben wir uns entwickelt zu selbstbewussten, mündigen und kritischen christlichen Bürgern.

Aus Konfirmanden, die vom Pfarrer ihre „Schellen“ bekommen haben sind inzwischen junge Christen geworden, die sich nicht fürchten vor den Erwachsenen, auch nicht vor der Pfarrerin und dem Pfarrer.

Das ist gut so und soll auch so weitergehen.

Ja, was hielt und hält eine Gemeinde zusammen aus Jungen und Alten, aus Reichen und weniger Begüterten, aus Erfolgreichen und sich mühsam Abplagenden?

Meine Antwort dazu steht im Predigtwort dieses Sonntags:

„Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Gottes guter Geist ist es doch in allererster Linie, der dafür sorgt, dass Menschen die biblischen Geschichten hören, darüber nachdenken und schließlich zu dem Ergebnis kommen:

>> Ja, so will ich leben.

Ja, von diesem Glauben will auch ich mich ergreifen lassen und ihn weitergeben an meine Kinder und Enkel. <<

Ja, der Glaube lebt durch die unsichtbare Kraft des Glaubens.

Geschichten wie der „verlorene Sohn“, der Zöllner Zachäus, Kain und Abel, „Jesus und die Ehebrecherin“, die ergreifen unser Herz, sie bringen uns zum Nachdenken und sie regen uns zum Lernen an – jeden Tag neu.

An diesen Geschichten werden wir nie ausgelernt haben, wenn wir an unser eigenes Leben denken und daran, wie wir tagtäglich miteinander umgehen in unseren Familien, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und in der Schule.

Mit den Begriffen „Kraft, Liebe und Besonnenheit“ werden die drei Haupteigenschaften des Glaubens beschrieben.

Nicht umsonst steht dabei die Liebe im Mittelpunkt – im Zentrum also.

Die Liebe regelt und dosiert die beiden anderen Begriff Kraft und Besonnenheit.

Nun sind aber Kraft, Liebe und Besonnenheit abstrakte Begriffe, die man so und so deuten kann, Begriffe, die man auch heftig missbrauchen kann.

-         Wieviel Unheil wurde schon angerichtet von kraftstrotzenden Menschen?

-         Was haben Menschen aus vermeintlicher Liebe schon an Demütigungen und Ausbeutung über sich ergehen lassen?

-         Wie oft entpuppt sich die vermeintliche Besonnenheit als blanke Ignoranz und Gleichgültigkeit?

Der Geist des Glaubens schafft sich immer wieder Symbole, die abstrakte Begriffe wie Kraft, Liebe und Besonnenheit mit Leben und mit Weite füllen.

Ein solches unter jungen Menschen beliebtes Symbol dafür habe ich Ihnen heute mitgebracht.

Verliebte junge Paare lassen häufig ein Schloss mit ihrem Namen gravieren und dem Datum, an dem sie sich den erste Kuss gegeben haben, sich verlobt haben, zusammengezogen sind oder geheiratet haben.

Diese Schloss hängen sie dann an eine Brücke und werfen die Schlüssel danach ins darunter vorbeifließende Wasser.

Das Bild, das ich Ihnen mitgebracht habe, habe auf der Brücke über dem Isartal zwischen Pullach und Grünwald aufgenommen.

100 Meter hoch steht man da über der reißenden Isar, die von ihrem Wortursprung her „die Wilde“ bedeutet.

Selbst an heißen Sommertagen fließt die Isar mit einem Druck und Geschwindigkeit dahin, gegen die ein Mensch mit seiner Kraft nicht anschwimmen kann.

Wenn also ein Paar über einer solchen Brücke sein Schloss anbringt, dann drücken sie damit aus:

Im Leben gibt es nie einen Stillstand.

Kein Tag wird sein wie der andere.

Es wird in unserem Leben ruhige und gemächliche Perioden geben.

Wir werden aber auch stürmische Zeiten erleben, die uns so schnell vorantreiben, dass wir uns fast aus den Augen verlieren und nicht miteinander Schritt halten können.

Doch in all diesen Zeiten, da soll die Liebe die Kraft sein, die uns zusammenschließt und uns die nötige Besonnenheit schenkt, damit wir im Strom des Lebens nie vergessen, dass wir füreinander bestimmt sind.

Fast 10 Jahre ist es nun her, dass Tina und Hans dieses Schloss an der Isarbrücke angebracht haben.

Wir wissen nicht, ob sie heute noch als ein gemeinsames Paar durchs Leben gehen.

Uns als Kirchweihgemeinde eröffnet dieses Symbolbild aber noch einen tieferen Einblick.

Jeder von uns hat Eltern – ob sie nun Tina und Hans oder Katharina und Gerhard heißen.

Jeder von uns ist von seinen Eltern zur Taufe gebracht worden und so an den Kraftstrom des Glaubens angeschlossen worden.

Die Gitterstäbe hinter dem Schloss von Hans & Tina bilden das Zeichen des Kreuzes.

Unter dem Zeichen des Kreuzes, da fassen wir Christen zusammen, was wir als den Dreh- und Angelpunkt unseres Glaubens begreifen.

Das Kreuz erinnert uns daran, dass Wegstrecken des Leidens, der Ratlosigkeit und der Sprachlosigkeit zum festen Bestandteil unseres Glaubens gehören.

Wir glauben nicht an einen Schönwettergott, sondern an einen Gott, der uns in der Taufe mit der wetterfesten Kraft seines Geistes der Liebe und der Besonnenheit ausstattet.

Dieser Glaube schenkt uns Ideen und Phantasie, um in den Durststrecken des Lebens nicht zu verzweifeln.

Dieser Glaube lehrt uns, uns mit gefüllten Vorratsbehältern auf den Weg zu machen und darauf zu vertrauen, dass uns Gott Wege finden lässt, bis wir zu neuen frischen Quellen gelangen.

An solchen Ideen und Phantasien hat es uns nie gemangelt.

Ich erinnere nur an die stürmische Kerwa vor zwei Jahren, die wir kurzerhand in die Kirche verlegt haben.

Und auch heuer im Coronaherbst hat sich die Jugend etwas einfallen lassen, damit wenigstens ein Keim der Kerwafreude auf uns überspringt.

Lassen Sie sich überraschen so wie Tina & Hans sich offen zeigen, womit Gott sie überraschen wird auf ihrem gemeinsamen Weg im reißenden Strom des Lebens.

So feiern wir auch diese Kerwa – anders als sonst – aber fröhlich und dankbar im Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

 

Amen

 

Es grüßt Sie herzlich, Ihr Pfarrer Jürgen Rix

 

Evang-luth. Kirchengemeinde Kulmbach-Mangersreuth

pfarramt.mangersreuth@elkb.de

Magister-Goldner-Platz 2, 95326 Kulmbach

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