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Invokavit

1. Sonntag in der Passionszeit

21. Februar 2021

Durch das Dunkel ins Licht - Judas verrät Jesus

Durch das Dunkel ins Licht
Durch das Dunkel ins Licht

 

 

Herzlich willkommen beim Nachdenken über den Leidensweg Jesu am Sonntag Invokavit, dem ersten Sonntag in der Passionszeit.

Sieben Wochen haben wir nun Zeit, um ein düsteres Kapitel unseres Glaubens zu bedenken…

… den Leidensweg unseres HERRN Jesus Christus.

Am Anfang dieses Leidensweges steht das, was wir gemeinhin den „Verrat des Judas“ nennen.

Auf Judas fällt ein dunkles Licht.

Viele verbinden mit dem Namen „Judas“ das Bild eines übel und eigennützig handelnden Menschen.

Doch Jesus spricht kein Urteil über Judas.

Jesus reicht ihm ein Stück Brot und schickt ihn auf einen Weg, den er gehen muss.

Jesus schickt Judas hinaus ins Dunkle…

… hinaus in die Nacht.

In den kommenden sieben Wochen haben wir Gelegenheit, einen dramatischen Weg mitzuerleben…

… Einen Weg, der vom Leiden über den Tod ins Leben der Auferstehung führt.

Bitten wir darum, dass Gott uns auf diesem Weg mit dem Licht des Glaubens begleitet.


Das Bibelwort aus der neuen "Basis-Bibel"              Joh 13, 21 – 30    

21 Jesus war im Innersten tief erschüttert und sprach zu seinen Jüngern:
>> Amen, amen, das sage ich euch:
Einer von euch wird mich verraten. <<
22.  Da sahen sich die Jünger ratlos an und fragten sich:
>> Von wem spricht er? <<
23 Einer von seinen  Jüngern, den Jesus besonders liebte, lag bei Tisch an der Seite von Jesus.
24 Ihm gab Simon Petrus ein Zeichen.
Er sollte Jesus fragen, von wem er gesprochen hatte.  
25 Der Jünger lehnte sich zurück zu Jesus
und fragte ihn: »Herr, wer ist es?«
26 Jesus antwortete:
»Es ist der, für den ich ein Stück Brot
in die Schüssel tauche und dem ich es gebe.
« Er nahm ein Stück Brot, tauchte es ein und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot.
27 Sobald Judas das Brot genommen hatte, ergriff der Satan Besitz von ihm.
Da sagte Jesus zu ihm:
  "Was du tust, das tue bald! "
28 Von den anderen am Tisch verstand keiner, warum Jesus das zu Judas sagte.
29 Weil Judas die Kasse verwaltete, dachten einige, dass Jesus zu ihm gesagt hatte:
»Kauf ein, was wir für das Fest brauchen. «
Oder sie dachten: Jesus hat ihm aufgetragen, den Armen etwas zu geben
30 Als Judas das Stück Brot gegessen hatte, ging er sofort hinaus.
Es war aber Nacht.
31 Nachdem Judas hinausgegangen war, sagte Jesus:
»Jetzt ist der Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbart worden.
Und durch ihn ist auch die Herrlichkeit Gottes offenbart worden.

Liebe Gemeinde,

eine finstere, eine düstere, eine bedrückende Geschichte führt uns hinein in die Passionszeit.
In dieser Geschichte ist es Nacht…
Eine dunkle, bitterkalte Nacht, eine Nacht, die uns den Blick verstellt, eine Nacht, in der wir die Orientierung verlieren, eine Nacht, die uns ratlos macht.
Diese Nacht stellt alles auf den Kopf, was wir uns an Wissen und Glauben über den gütigen und barmherzigen Vater angeeignet haben.
Da begegnet uns zunächst ein  tief erschütterter Jesus.
„Amen, amen ich sage euch:
Einer von euch wird mich verraten.“
Einer von den engsten Wegbegleitern wird es sein, der den Prozess ins Rollen bringt,…
… den Prozess, der auf den ersten Blick am Kreuz endet und dann doch an Ostern mit der Auferstehung eine lebendige Fortsetzung findet.
Einer von den engsten Wegbegleitern …
Einer, … nur wer?
Alle schauen sie sich ratlos an.
Ja, wirklich alle…
Bleiben wir eine wenig dabei.
So ehrlich und selbstkritisch sind sie – die Jünger.
Keiner möchte es ausschließen, dass er es ist, der schwach wird…
… dass er es ist, der sich hinreißen lässt…
… dass er es ist, der die üble Rolle übernimmt.
Nur einer von den Jüngern beteiligt sich offensichtlich nicht an diesem bedrückenden Rätselraten…
… der Lieblingsjünger…
Dieser Lieblingsjünger liegt ganz eng an der Seite von Jesus.
Ein Mann, der sich ganz eng an einen anderen Mann kuschelt, während 11 andere Männer den üblichen „Schamabstand“ einhalten.
Wie wirkt das auf uns als Betrachter von außen?
Wie wirkt das vor allem auf die anderen 11 Jünger?
Einer wird bevorzugt.
Einer aus der Gruppe nimmt einen hervorgehobenen Platz ein.
Manche spekulieren, diese Szene habe in Judas Neid und eine Gefühl der Zurücksetzung ausgelöst.
Aber lassen wir es bei der Spekulation bewenden!
Petrus jedenfalls gibt dem Lieblingsjünger ein Zeichen, er solle Jesus fragen, wer denn gemeint sei.
Warum fragt Petrus nicht direkt?
Petrus ist ja auch nicht irgendwer.
Er ist doch der Erstberufene, der Fels, auf dem Christus seine Kirche baut.
Der „Lieblingsjünger“ nimmt die Frage des Petrus auf und gibt sie an Jesus weiter.
Bevor wir zur Antwort Jesu kommen, schnaufen wir noch einmal durch und schauen uns den „Lieblingsjünger“ an.
Er hat keinen anderen Namen.
Er wird nur im Johannesevangelium erwähnt und hier an dieser Stelle zum ersten Mal.
Der „Lieblingsjünger“ tritt also erst mit dem Beginn des Leidensweges Jesu in Erscheinung.
Wir können uns den „Lieblingsjünger“ wohl als eine Gestalt vorstellen, die von außen in die eingeschworene Gruppe der Jünger tritt, ihnen die Augen öffnet und sie von ihrer „Betriebsblindheit“ befreit.
Nur fünfmal wird er im Johannesevangelium erwähnt – immer dann, wenn die Jünger das Geschehen von Leiden, Kreuz und Auferstehung nicht in den Horizont ihres Verstandes einordnen können.
Nachdem der Lieblingsjünger die Frage des Petrus weitergegeben hat mit den Worten: „HERR, wer ist es“, antwortet Jesus wiederum nicht direkt indem er einen Namen nennt.
Jesus benennt den, der ihn verrät, mit einer Symbolhandlung…
„Es ist der, für den ich ein Stück Brot in die Schüssel tauche und dem ich es gebe… “
Stockt Ihnen da nicht auch der Atem?
Der Verräter ist der, dem Jesus das Brot gibt.
Jesus hat sich doch selbst als das „Brot des Lebens“ bezeichnet.
Im Abendmahl kommt er im Brot zu uns.
Jesus schickt also den armen Judas auf den Weg.
Jesus reicht ihm das Brot – Jesus ist also der Handelnde – der Herr des Geschehens.
Und von da ab nimmt das Geschehen – die Leidensgeschichte also – ihren Lauf.
Armer Judas…
Man nennt dich Verräter…
Man zeigt auch dich mit den Fingern…
Aber hättest Du anders handeln können?
Warst Du wirklich frei, dich anders zu verhalten?
Oder bist du nicht auch eine jener bedauernswerten Gestalten, die Gott in den Dienst nimmt, um für ihn – für Gott also – eine erdrückende Aufgabe zu erfüllen?
War nicht der leidende Hiob auch so eine Gestalt?
Ging es dem leidenden Gottesknecht im Jesajabuch nicht auch so?
„Was du tust, das tue bald!“
So schickt Jesus den Judas auf seinen Weg.
Keine Verurteilung…
Kein moralisch erhobener Zeigefinger.
Judas nimmt das Brot, isst es und macht sich auf den Weg.
Er macht sich auf den Weg, so wie ein Mensch, dem der Arzt offenbart:
„Du hast Krebs. Diesen Weg muss du nun gehen.“
Du hast Krebs. Diesen Weg musst du nun gehen…
Da ist es nichts mit guten Ratschlägen…
Da gibt es kein – Du könntest auch anders.
Nein!
Da muss einer dann seinen Weg antreten…
Und wie er dann endet, dieser Weg, das erleben wir alle immer wieder mit Schaudern.
Judas muss das tun, wozu ihn Gott beauftragt hat.
Judas geht hinaus in die Nacht.
Und nach dieser Nacht wird es für ihn nie wieder Tag werden.
Judas… eine tragische Gestalt, weil Gott es so will.

Nur Jesus bringt wieder Licht in das Geschehen.
Nachdem Judas hinausgegangen ist, sagte Jesus:
„Jetzt ist der Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbart worden.
Und durch ihn ist auch die Herrlichkeit Gottes offenbart worden.“

Wieder stockt uns da der Atem!
Die Herrlichkeit des Menschensohns wird offenbar, weil ein enger Vertrauter den Weg in die Nacht antreten muss…
Die Herrlichkeit des Menschensohns wird offenbar, weil nun bald der Menschensohn seinen Leidensweg beginnen wird…
Die Herrlichkeit Gottes geht dem Leid, der Folter und dem Tod nicht aus dem Weg.
Unfassbar ein solcher Gedanke!
Unfassbar und dennoch wahr!
Und jetzt haben wir sieben Wochen Zeit, um all diese Gedanken in uns zu bewegen.
„Was du tust, das tue bald“, sagt Jesus zu Judas.
Von den anderen am Tisch verstand keiner, warum Jesus das zu Judas sagte.
Wie oft geht es uns da wie den anderen Jüngern am Tisch?
Wir verstehen es nicht!
Aber wenigstens können wir immer wieder neu nachdenken, beten, singen und uns gegenseitig beraten.
Unergründlich ist das Geheimnis des Glaubens an den Menschensohn, dessen Herrlichkeit dadurch offenbart wird, dass er den Weg durch das Leiden ans Kreuz geht.
Amen

 

Eine besinnliche Passionszeit wünscht Ihnen Pfarrer Jürgen Rix

Unser Mangersreuther Kreuz der Lebenslinien
Unser Mangersreuther Kreuz der Lebenslinien

Eingangsgebet


HERR,
bei dir bin ich sicher;
wenn du mich hältst,
habe ich nichts zu fürchten;
wenn du mich ins Dunkle führst,
schwindet meine Hoffnung.

Ich weiß wenig von der Zukunft,
aber ich vertraue auf dich.
Gib, was gut ist für mich.
Nimm, was mir schaden kann.
Dir will ich es überlassen.

Wenn Sorgen und Leid kommen,
hilf mir, sie zu tragen.
Lass mich dich erkennen
und an dich glauben.

Amen

Fürbittengebet


Gott,
wir treffen auf das Böse
in so vielen Gestalten.
es macht uns fassungslos,
was Menschen einander antun.

Oft sind wir versucht, alle Hoffnung darauf aufgeben, dass das Gute stärker sei als das Böse.

Es tut uns im Herzen weh,
wenn wir erleben,
wie der Rücksichtslose den Nachsichtigen ausnützt,
wie der Starke den Sanftmütigen herumstößt,
wie der Betrüger das Mitleid des Gutherzigen für sich missbraucht.

Ja,
auch wir sind versucht,
uns mit Ellenbogen durchzusetzen.

Ja,
auch wir sind versucht,
dass wir alles so hinnehmen, je es eben ist.

Wir bitten dich:
schütze uns vor der lähmenden Verzweiflung.
Beflügle in uns die Sehnsucht nach Frieden, Freiheit und Liebe.

Gib unseren Händen die Kraft,
dass wir dort anpacken,
wo wir etwas bewegen können.

Schenke unserem Denken die nötige Phantasie, damit wir gute Ideen finden
für ein friedliches Miteinander.

Lass uns beharrlich bleiben im Glauben daran,
dass du das Gute in uns stark machst.

 

Amen



Estomihi

Fasching ist aber auch - und St. Valentin

14. Februar 2021

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – Amen

Der HERR sei mit Euch!

Seid mir willkommen heut im Gotteshaus,
Heute sieht’s in der Kirch‘ nach Fasching aus.
Freilich gibt’s heuer keine Umzüge, Feste und Bälle,
Doch fröhlich sein dürfen wir auf alle Fälle.
Denn St. Valentin erinnert heute auch an die Liebe,
Was wäre unser Leben, wenn sie uns nicht im Herzen bliebe?
Auch Corona kann der Liebe Kraft nicht brechen,
denn unser Glaube schenkt Geduld und lässt sich nicht so leicht von einem Virus schwächen.
„Estomihi“ heißt der Sonntag heute,
ich übersetze was das auf Deutsch bedeute.
„Sei mir ein starker Fels“ heißt’s im Wochenpsalm,
Denn Gott ist die Kraft, an der ich mich festhalte, wie ein Käfer an einem starken Halm.
Auf festem Fels steht unsere Liebe, unsere Hoffnung und unser Glaube,
damit keine Not und kein Virus uns die Lebensfreude raube.
So tritt nun fröhlich ein ins Gotteshaus,
Komm zur Ruhe, denke nach und geh gesegnet dann nach Haus.



Eingangsgebet

Gott wir sind deine Gäste.
Wir feiern die Zeiten und Feste.
Wir brauchen Sankt Martin und Nikolaus.
Wir brauchen Stille und Freude im Haus.
Wir brauchen den Christbaum in dunkler Zeit,
zu Karneval Spaß und Heiterkeit.

Wir brauchen zu Ostern die Eier,
gemeinsam das Fest und die Feier.
Wir brauchen das Licht und den Tanz.
Wir brauchen ein bisschen Glanz.
Gott schenkt uns zum Freuen Gelegenheit
im Jahreskreis gibt’s dafür immer wieder Zeit.

Guter Gott, du bist ein Gott der Freude,
Valentin und Fasching feiern wir heute.
Du gibst uns immer wieder Grund,
miteinander zu feiern, das macht unser Leben bunt.
Lass uns die Freude spüren auch in der Corona-Zeit.
Denn in Christus lacht uns an unseres Gottes Freundlichkeit.

Amen

Willkommen in unserer Kirche


1 Korinther 13  Das Hohelied der Liebe

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennenund hätte die Liebe nicht, so wäre mir‘s nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
8 Die Liebe hört niemals auf.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.


Liebe Gemeinde,

ein Herz und eine Seele ist das Paar, das da miteinander das Tanzbein schwingt.
Heute – am Faschingssonntag – wären wir in der rechten Stimmung, um mit vielen anderen zusammen zu feiern, zu essen, zu trinken und uns von flotter Musik zum Tanzen bewegen zu lassen.
Nur heuer ist alles anders…
Wir sollen Kontakte zu anderen Menschen meiden.
Ein kleines Virus nistete sich im letzten Fasching in Deutschland ein, verbreitete sich rasend schnell im ganzen Land und bestimmt seither unser Leben wie kaum ein anderes Ereignis in den letzten Jahren.
Corona lässt den Fasching heuer verstummen.
Corona schließt die Schulen.
Corona verhindert den Gang zum Friseur.
Sogar das Gotteslob in der Kirche muss verstummen.
Doch gegen eine Macht ist selbst das so gefährliche Corona-Virus machtlos.
Ich spreche von der Macht der Liebe.
Ja, die beiden auf dem Bild, die ein Herz und eine Seele sind, die unter einem Dach wohnen, die Bett und Tisch miteinander teilen…
sie dürfen weiter miteinander tanzen – freilich nicht dicht gedrängt im Ballsaal neben vielen anderen Paaren, aber eben miteinander, … für sich zu zweit.
Wenn dieses Paar schon Kinder hat, dann dürfen natürlich auch sie „ein Herz und eine Seele miteinander sein“, mit den Eltern kuscheln, gemeinsam spielen, singen und Sport treiben.
Die Mutter einer Konfirmandin, die im letzten Jahr auf die Konfirmation ihrer Tochter verzichten musste, erzählte mir:
„Corona hat uns in der Familie dazu gebracht, uns ganz neu wahrzunehmen und wertzuschätzen.
Vorher sind wir einfach viel häufiger aneinander vorbeigehuscht.
Der musste dorthin, die dahin…
Jeder hatte immer noch schnell etwas anderes zu erledigen.
Jedem war immer noch dies oder jenes wichtiger.
Und jetzt, wo kein Fitnessstudio offen hat, kein Café, kein Verein und keine Clique sich treffen darf, jetzt merken wir ganz neu, wie wichtig wir füreinander sind, wie viel wir uns gegenseitig geben können, was es für ein Glück ist, dass wir einander haben.
An den langen warmen Sommerabenden saßen wir gemeinsam im Garten, haben unsere Blumen bewundert und sind uns bewusst geworden, wie schön wir es auf unserem Stückchen Erde haben, von dem aus wir auf den Görauer Anger schauen können.
Und jetzt in den langen, dunklen Winternächten, da kuscheln wir uns um unseren Kachelofen reden und lernen miteinander, ziehen ein Spiel hervor und sind richtig stolz darauf, dass wir uns miteinander so gut vertragen.“
Ja, gegen die Liebe ist das Corona-Virus machtlos.
Freilich – es setzt der Liebe enge Grenzen.
Das Virus lehrt uns momentan die Liebe auf den Nächsten zu beschränken, auf den engen Kreis derer, die Tisch, Bett, Haus und Hof miteinander teilen.
Können wir diese Beschränkung auch als eine Konzentration verstehen und es einmal genießen, uns mehrere Monate lang auf die Menschen zu konzentrieren, die uns doch am allerwichtigsten sind?
Von den Südländern haben wir gelernt, die körperliche Nähe zu den Menschen zu suchen, die wir unsere Freunde nennen.
Küsschen hier, Küsschen dort, bei der Begrüßung und beim Abschied und das im Laufe eines Abends mehrere Male.
Ja, schön ist das!
Ich vermisse es. Und hoffentlich Sie auch.
Und dennoch.
Jetzt ist eben etwas anderes angesagt.
Mit Ihrer Frau, mit Ihrem Mann dürfen Sie auch heute noch miteinander tanzen, eng umschlingen, ausgelassen und fröhlich…
… ein Herz und eine Seele eben.
Ja, die Liebe verleiht uns ganz ungeahnte Kräfte.
Die Liebe kann sich auch zurückziehen und sich konzentrieren auf den engsten Kreis und gerade so das Naheliegendste und in inneren Kern neu festigen und wertschätzen.
Ja, die Liebe kann viel ertragen und viel erdulden…
Ein Jahr ohne Osternacht, ohne Konfirmation ohne Kerwa, ohne Altstadtfest , Bierfest, „Heiligem Frühschoppen“, ohne Tanzkurs und ohne Schulunterricht im Klassenzimmer.
Die Liebe kann vieles ertragen und erdulden.
Denn die Liebe glaubt …
Und die Liebe hofft…
Die Liebe glaubt und hofft, dass Menschen sich bescheiden können und den Rat von Menschen beherzigen, die etwas von einer Sache verstehen.
Die Liebe glaubt und hofft, dass Menschen aus Liebe zum Leben ihr Bestes geben, um zu heilen, zu pflegen und zu forschen, damit Impfstoffe entwickelt werden, die es uns bald wieder erlauben, einander in der Clique mit Küsschen zu begrüßen.
Die Liebe bringt aber auch die Geduld auf, es noch drei, vier Monate auszuhalten, dass ich jetzt noch nicht dran bin mit der Impfung, weil andere Schwächere und Ältere jetzt Vorrang haben.
Die Liebe bringt die Geduld auf, es zuhause miteinander auszuhalten in der Doppelrolle als Eltern und Hilfslehrer, in der Doppelrolle als Home-Office Angestellte, neben der das Kindergartenkind gleichzeitig zur Arbeit seine Aufmerksamkeit fordert.
Weil diese Liebe nicht aufhört, die so viel erträgt, glaubt, hofft und erduldet, darum halten wir es noch eine ganze Weile aus, „ein Herz und eine Seele“ mit wenigen Menschen zu sein, damit wir bald wieder ein Herz und eine Seele sein dürfen mit vielen.
Amen

 

Es grüßt Sie, Ihr Pfarrer Jürgen Rix

 

Fürbittengebet

 

Hab Dank, Gott, dass wir Liebe erfahren haben und darum weiter verschenken,

denn nur aus Liebe kann ein Mensch Gutes tun und denken.

 

Die Liebe Freut sich über unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten,

darum kann die Vielfalt der Menschen sich weit ausbreiten.

 

Wir bitten dich für Mütter, Väter, Kinder und jede Familie,

dass sie sich ergänzen wie die Blütenblätter einer Lilie.

 

Lass leuchten in die weite Welt hinein

der Liebe warmen, hellen Schein.

 

Schau auch auf alle, die allein und traurig sind im Herzen,

den Kranken lindere ihre schmerzen.

 

Schick diesen Menschen liebevolle Wegbegleiter,

dann fassen sie wieder Lebensmut und ihre Gesichter werden heiter.

 

Uns allen schenke Frieden, Liebe und Geduld.

Bewahre uns in deiner Huld

 

Amen

 

SEGEN

 

Wenn euer Leben blüht wie der Frühling

sei Gott wie der Vogel, der von der Liebe singt.

 

Wenn die Stürme des Lebens euch entgegenwehen,

sei Gott wie die Sonne, die euch wärmt.

 

Wenn dunkle Stunden über euch hereinbrechen,

sei Gott das Licht in eurer Mitte.

 

Wenn das Leben euch einlädt zum Tanz,

sei Gott die Musik, die euch bewegt.

 

Wenn eure Schritte müde werden,

sei Gott der Boden, der euch trägt.

 

So segne dich und behüte dich der allmächtige und der barmherzige Gott, der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist.

Geh hin im Frieden des HERRN.

 

Amen



Sexagesimae

7. Februar 2021

Lukas 8, 4-15:

Als eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu Jesus eilten, sprach er durch ein Gleichnis:

Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht.

Da er das sagte, rief er. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute.

Er aber sprach: Euch ists’s gegeben, zu wissen die Geheimnisse des Reiches Gottes, den andern aber ist’s gegeben in Gleichnissen, dass sie es sehen und doch nicht sehen und hören und nicht verstehen.

Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden.

Die aber auf dem Fels sind die: Wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Sie haben aber keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.

Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht zur Reife.

Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

 

Liebe Gemeinde,

was ist das nur für ein Sämann, der so dermaßen unachtsam sät? Der geht einfach hinaus, mit seinen Samenkörnern und fängt an auszustreuen. Dass er vorher das Feld irgendwie vorbereitet hätte, davon steht hier nichts: Er hat nicht gepflügt, nicht gedüngt, kein Unkraut gerodet – er geht einfach hin und fängt an zu säen. Kann er nicht ein bisschen besser aufpassen, wohin er den kostbaren Samen wirft? Hier was auf den Weg, da was auf den Fels, dort was in die Dornen... „Du meine Güte, nun pass doch ein wenig auf!“, möchte man sagen. „Sei doch nicht so großzügig, so verschwenderisch!“

Wen wundert’s denn da, dass Dreiviertel der Saat nichts wird! Die Samenkörner auf dem Weg werden achtlos zertreten – wer kann denn auch auf jedes Korn achten, das da liegt...; die Körner auf dem Fels verdorren und die unter den Dornen ersticken. Also, dieser Sämann, der bräuchte wirklich einmal eine landwirtschaftliche Beratung, eine Kosten-Nutzen-Analyse. Das ist ja nun wirklich nicht effektiv, was der da treibt.

„Wer Ohren hat zu hören“, sagt Jesus, „der höre!“

„Was“, sagen die Jünger und mit ihnen vielleicht auch wir, „was, Jesus, willst du denn nun wieder damit sagen, mit diesem Gleichnis vom verschwenderischen Sämann?“

Ja, was wollen diese Worte sagen? Sagen, erklären, Worte suchen: Das ist nun etwas, was wir ständig tun. Worte überschwemmen uns jeden Tag. Jede Zeitung bringt ein paar hundert Meldungen täglich. Ständig neue Updates, Theorien und Gegentheorien. Jede Woche sitzen wir etliche Stunden vor dem Fernseher oder vor PC oder Laptop. Das Radio läuft oft nebenher. Wir telefonieren, kommunizieren, diskutieren, schwadronieren, lamentieren – kurz, reden uns den Mund fusslig: Gibt es eigentlich auch etwas, das sich sozusagen fast von selbst erklärt?

Wer Ohren hat zu hören, der höre, sagt Jesus. Und wenn man dann mal hört, was die Evangelien über Jesus sagen, dann merkt man tatsächlich, dass sich hier manches (fast) von selbst erklärt. Denn was Jesus vom Sämann erzählt und was er da für Worte unter die Leute streut, genau das erzählen die Evangelien dann von Jesus selbst: Er hat und er gibt Leben die Fülle. Er verschwendet seine Worte, seine Persönlichkeit, sein Leben an alle, die ihm begegnen. Und er macht absolut keine Unterschiede zw. wohlvorbereiteten, umgepflügten und aufnahmebereiten Feldern und irgendwelchen steinigen Wegen oder gar mit Dornen bewehrten Hecken. Jesus wirft seine Samenkörner, er wirft sein Wort aus und er tut es mit seinem ganzen Sein, seinem ganzen Verhalten. Er geht zur Prominenz, zu den Gelehrten und Gebildeten, genauso wie zu den bedeutungslosen Fischern, den unbekannten Landarbeitern, den einflusslosen Frauen und den lärmenden, störenden Kindern. Er geht zu Kircheninsidern genauso wie zu den Kirchendistanzierten, wie das heute so schön heißt. Und hier wie dort: Mal geht sie auf, die Saat, mal nicht.

Jesus selbst, dieses kostbare Korn, das fleischgewordene, sprechende Wort Gottes, scheute sich nicht, sich zu verschwenden, bis hinein in den Tod, wo man auch fragen kann: Warum hat das sein müssen? Was soll das für einen Nutzen haben? Was soll denn daraus wachsen? - Ostern ist daraus gewachsen: Das Fest, auf das wir jetzt zugehen und das wir hoffentlich diesmal auch in unseren Kirchen feiern dürfen. Das Fest der Hoffnung gegen den Tod. Das Fest der tausendfachen Frucht.

Seit 2000 Jahren, liebe Gemeinde, wird seither so gesät: Verschwenderisch, in alle vier Winde, auf jedes Land, unter Gerechte und Ungerechte, Engagierte und Distanzierte, unter Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Geimpfte und Ungeimpfte (Sie dürfen ruhig mal schmunzeln; etwas Humor hilft gegen vieles). Es wird gepredigt, getauft, konfirmiert; es wird geredet, erklärt, geschimpft, veranstaltet, eingeladen, gefeiert - immer eine Saat auf Hoffnung hin, denn das Entscheidende haben eben nicht wir in der Hand. Wir haben es nicht in der Hand, ob und wo und mit wieviel Frucht etwas wächst. Darum sollten wir uns auch gar nicht so sehr sorgen, denn wir, die Erbinnen und Erben Jesu, wir haben einen ganz anderen Auftrag, nämlich mit unserer ganzen Persönlichkeit, unserem ganzem Verhalten, auch mit dem, was wir sagen oder nicht sagen, hinzugehen und die Samenkörner Gottes mit vollen Händen auszustreuen: Dieses oft unauffällige, unbequeme, unfassbare, selbstwachsende Wort Gottes.

Was uns – und sicher nicht nur uns Pfarrerinnen und Pfarrern, dabei vielleicht am schwersten fällt, das ist, dass der normale Erfolg der Misserfolg sein kann. Dreiviertel der Saat geht anscheinend erst mal nicht auf, die meisten getauften Kinder sieht man nie wieder, der Großteil der Konfirmanden verschwindet nach der Konfirmation nahezu spurlos; die in der Kirche getrauten Paare sind erst mal weg – aber, so darf man es vielleicht eben auch gar nicht sehen. Was wissen wir denn, wo nicht doch eine Saat schlummert und zum Leben erwachen wird, wenn es Zeit ist. So kann folgerichtig nur die Verschwendung die einzig richtige Form und Methode sein. Und ich betone nochmal, damit mir nicht etwa die sparende Landeskirche auf’s Dach steigt: Es geht nicht um finanzielle Verschwendung, sondern um das Ausstreuen des Wortes Gottes. Da darf nicht gegeizt werden.

Warum nicht gegeizt werden darf, leuchtet uns, denke ich, unmittelbar ein, wenn wir noch einmal diesen normalen Vorgang betrachten, der anscheinend passiert, wenn der Same ausgestreut wird: Viele hören das Wort Gottes und es erreicht auch ihr Herz. Aber dann kommt der, der hier Teufel genannt wird. Ich nenne ihn mal den, der uns das Vergessen lehrt. Denn allzu oft, wenn der Alltag wieder über uns hereinbricht, sei’s mit seinen Sorgen, sei’s mit seinen Freuden, dann tritt das Wort Gottes auch wieder in den Hintergrund. Wir vergessen es, wie so vieles andere Wichtige und uns Guttuende auch. Das Wort in uns hat zu wenig Wurzel, zu wenig Feuchtigkeit.

Doch genauso schnell, und das ist so tröstlich, kann es uns auch wieder erreichen; ein neues Samenkorn wurzelt in uns und wir erinnern uns: „Wie konnte ich nur vergessen... Das habe ich doch schon einmal gehört... Das ist doch wirklich etwas, was meinem Leben Sinn gibt.“ – So oder ähnlich fällt es uns wieder ein.

Und wieder kommt der, der hier Teufel genannt ist, ich nenne ihn mal den uns Beunruhigenden. Denn seine Kunst ist es, uns Ruhe und Zuversicht zur rauben und schon wachsen die Dornen schneller als das Korn.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kenne diesen Vorgang gut, obwohl ich doch schon allein berufsmäßig viel mit dem Wort Gottes zu tun habe. Aber immer wieder wachsen die Dornen und immer wieder erstickt etwas, obwohl man sich so fest vorgenommen hat, es zu hegen und zu pflegen, so wie man sich z.B. auch regelmäßig vornimmt, sich gesund zu ernähren, genug zu schlafen, jeden Tag an die Luft zu gehen, nicht mehr zu rauchen oder ähnliche Dinge.

Wie entsetzlich wäre es nun, würde Gott die Körner abzählen und einem jedem nur ein Korn zumessen, bekäme ein jeder nur eine Chance und wenn er die verpasst - Pech gehabt. Solches Verhalten geht vielleicht wirklich aus Kosten-Nutzen-Analysen hervor, aber Gottes Verhalten ist es nicht. Gott verschwendet sich, verschwendet sein Wort an alle, an jeden. Immer wieder schenkt er Begegnungen; schickt er Menschen, die das richtige Wort haben, oft ohne dass sie es wissen; legt er einem Bücher in die Hand, die einen ansprechen; öffnet er jemandem mit Musik das Herz – es gibt so viele Arten des Ausstreuens des Wortes Gottes. Und manchmal geht es auch da ganz ohne Worte, weil sich ein Mensch ganz einfach menschlich, christlich verhält und damit Brücken schlägt, die mit Worten gar nicht möglich gewesen wären.

Welch beflügelnder Gedanke: Dass Gott so großzügig ist, und dass er nicht erst eine Berechnung über unser Leben anstellt, ob sich das lohnt in uns zu investieren oder nicht: Wenn dieser Gedanke uns nicht glücklich macht und uns Halt und Zuversicht gibt, welcher dann...

Jeder Tag ist eine neue Chance, dem Wort Gottes in uns Raum zu geben. Jeden Tag gibt uns Gott auch diese Chance: Da ist er nicht knauserig, nicht geizig. Und jeden Tag gibt er uns darüber hinaus quasi eine Sack voller Samenkörner für alle anderen mit, die uns begegnen: „Streu sie aus“, so sagt er dazu. „Frag nicht, ob sich das lohnt. Frag schon gar nicht, ob die, die dir begegnen, es wert sind.“ Denn alle sind es wert und alle liegen Gott gleich am Herzen. Und überall ist mit gutem, fruchtbaren Boden zu rechnen, vielleicht manchmal gut versteckt und getarnt hinter Dornen.

Vorzuwerfen hätten wir uns nur eines, nämlich wenn wir mit dem Wort Gottes geizen würden, denn das ist sicher nicht im Sinn unseres Gottes, der selbst als Samenkorn in die Erde versank, um uns die Frucht davon in die Hände legen zu können.

Ein letzter Gedanke: Vielleicht haben Sie sich gefragt: „Was bin denn ich? Bin ich guter, fruchtbarer Boden oder eher eine Dornenhecke?“

Ich denke, man könnte dieses Gleichnis auch so deuten, dass dieser 4-facher Acker verschiedene Lebensphasen sind: Mal glauben wir eben mit ganzem Herzen und merken Gott so deutlich, als würde er neben uns stehen. Mal fällt es uns überhaupt nicht schwer, unseren Glauben zu leben und davon zu erzählen.

Dann geht sie gerade auf, die Saat.

Aber manchmal tut sich halt auch gar nichts. Das Gebet scheint an der Zimmerdecke kleben zu bleiben. Warum-Fragen bohren in uns und Gott scheint so weit weg. Und von ihm zu erzählen – nein, das will einem dann nicht über die Lippen kommen. Und schon wachsen Dornen über unserem Glaubensleben.

Und manchmal, da ist es wie im Niemandsland. Weder ergreift uns feurige Begeisterung, noch lehnen wir es vehement ab. Man gehört halt irgendwie zur Kirche dazu – die durch die Taufe gelegten Samenkörner schlummern irgendwo. Sehr aktiv sind sie allerdings gerade nicht.

Es geht auf und ab mit unserem Glauben. Er blüht und verdorrt. Er bringt Frucht und versandet. Er leuchtet auf und erlischt.

Und immer wieder mischt sich dieser Sämann ein, Gott sei Dank, und ohne zu unterscheiden, wirft er neuen Samen aus, immer wieder. Ist nicht so schlimm, wenn mal die Dornen wuchern – Gott sieht es, ich bin davon überzeugt und ich glaube, dass er dann nicht denkt: Na, da ist nichts mehr zu machen, sondern im Gegenteil: Na, da muss ich mal wieder hin und kräftig meinen Samen ausstreuen.

Ein wunderbares Gleichnis. Da wächst was, auch ohne unser Zutun – besser tut es uns allerdings, wenn wir was dazu tun, nämlich uns selbst, wenn wir uns Gott anvertrauen, uns öffnen für seine Saat. Amen.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Erwartungen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Es grüßt Sie herzlich und wünscht Ihnen einen gesegneten Sonntag

 Ihre Pfrin Bettina Weber


Letzter Sonntag nach Epiphanias

31. Januar 2021

 Letzter Sonntag nach Epiphanias                 31.1.2021        2 Petr 1,16-19

 

Das Bibelwort zum Sonntag:

 

2 Petrus 1       Die Verklärung Jesu und das prophetische Wort

 

16 Wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen.

17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit

>> Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. <<

18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

19 Umso fester haben wir das prophetische Wort,

und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht,

das da scheint an einem dunklen Ort,

bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

 

 

Liebe Gemeinde,

 

woher wissen wir, was wir glauben?

Was macht unseren Glauben überzeugend?

Die Rhetorik des Pfarrers?

Die genialen Unterrichtsmethoden der Religionslehrerinnen?

Die fröhliche Art der Erzieherinnen im Kindergarten, den Kindern die Werte des Glaubens beim Spielen zu vermitteln?

Die Antwort des Apostels Petrus lautet:

Jeder von uns darf und kann die Herrlichkeit Gottes sehen!

Ja, wir dürfen sie sehen, die Herrlichkeit Gottes, egal ob groß oder klein, egal ob jung oder alt.

Am augenfälligsten begegnet uns Gottes Herrlichkeit hier in unserer Kirche, in der wir jetzt auch Gottesdienst feiern.

Die Mangersreuther Gemeinde unterhält ein prächtiges Gebäude – mitten im Dorf – ein Gebäude, das sie vielleicht nur einmal in der Woche für eine Stunde nutzt, wenn sonst keine Beerdigung, keine Taufe und keine Trauung ansteht.

Warum machen Menschen das?

Warum geben sie Geld aus und spenden dafür, dass die Kirche schön herausgeputzt ist, gerade jetzt in der Weihnachtszeit
- auch heuer in der Pandemie, in der wir nur dürftige Gottesdienste feiern können.

Die Antwort darauf kann doch nur sein:

Die Menschen tun all das, weil sie die Herrlichkeit Gottes sehen in der Kraft, im Ideenreichtum und in der Ausdauer all der Menschen, die ihren Glauben auf vielfältige Weise leben.

Ist es nicht herrlich, was Gott uns alles einfallen lässt, damit wir immer neue Wege finden, um uns zu behaupten, um uns zu entwickeln und um unser Land, unsere Stadt und unsere Familien voranzubringen?

·         Singen dürfen wir nicht mehr.

·         Die Hände sollen wir uns nicht reichen.

·         Nebeneinander sitzen dürfen wir nicht.

·         Das Abendmahl dürfen wir nicht so feiern, wie es für uns grundlegend ist, nämlich mit dem Kelch, aus dem wir gemeinsam trinken.

Und dennoch:

Die Kirche steht da und lädt ein.

Und wenn wir sie betreten, dann bringt uns schon der Kirchenraum auf andere Gedanken…

…auf himmlische Gedanken eben.

Ich möchte Sie heute mit dem Bild vom Stern, der in dunkler Nacht scheint und den Weg weist, auf himmlische Gedanken bringen.

Schweifen Sie ruhig ein wenig ab, und machen Sie sich dabei bewusst, was unsere Kirche Ihnen an Wunderbarem zu bieten hat.

Viele von Ihnen sind hier getauft und konfirmiert worden.

Viele haben sich hier das Ja-Wort für das Leben gegeben.

Viele haben hier Abschied genommen von den Eltern bei der Beerdigung.

Und ja, auch das…

Viele kamen schon hierher mit Tränen in den Augen, weil sie ein harter Schicksalsschlag getroffen hat…

… der Unfalltod eines Kindes

… eine schwere Erkrankung, deren Folgen es nicht mehr erlauben, den erlernten Beruf auszuüben.

Auf wundersame Weise haben diese Menschen gerade hier neue Lebenskraft geschöpft und neuen Mut verspürt für neue Wege.

„Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

So ließ es Gott erschallen, als Jesus getauft wurde.

„Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

So haben es Petrus, Jakobus und Johannes gehört, als sie mit Jesus auf dem heiligen Berg waren und er von Gott verklärt wurde.

„Du bist mein lieber Sohn, Du bist meine liebe Tochter…, ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Du gehörst zu mir.“

Das lässt Gott jeder Familie ausrichten, die ihr Kind in die Kirche zur Taufe bringt.

Weil Gott uns liebt wie ein Vater seinen Sohn oder seine Tochter, darum lässt er uns als seinen Kindern etwas einfallen, damit die Probleme der Welt uns nicht überrollen, sondern wir uns diesen Problemen glaubend, aufrecht und zuversichtlich entgegenstellen.

Wie viele Probleme haben wir schon gelöst!

-          Den Wiederaufbau eines zerstörten Landes;

-          Die Verteidigung unserer Freiheit gegen Terroristen von links und von rechts;

-          Die friedliche Wiedervereinigung;

-          Das Zusammenwachsen der Völker Europas, die sich in ihrer Geschichte so viele blutige Kriege geliefert haben

-          Und jüngst die Entwicklung eines Impfstoffes in Rekordzeit gegen ein tödliches Virus.

Weil Gott uns liebt, darum schenkt er uns den Glauben daran, dass wir mit Herz, Verstand und Hirn die Probleme lösen können, die uns begegnen.

Ja, im Glauben sehen wir Gottes Licht…

… ein Licht, das scheint am dunkelsten Ort;

… ein Licht, das Kräfte mobilisiert, die wir uns selber nichtzugetraut hätten.

… ein Licht, das unsere Herzen ergreift.

Ja, der Morgenstern des Glaubens – er geht auf in unseren Herzen.

Und dieser Morgenstern des Glaubens vertreibt alle Trübsal, alle Angst, alle Furcht und alle Verzagtheit.

Ja, das Licht des Morgensterns kündigt den Tag an…

… den Tag mitten in der Nacht,

… den Tag gerade in der frostigsten Stunde.

Und nach der frostigsten Stunde dürfen wir sehen, wie sie sich ihren Weg bricht…

… die Sonne mit ihrer strahlenden Kraft;

… die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen;

… die Sonne, die unser Leben erhellt und uns neue ungeahnte Wege finden lässt, jeden Tag neu!

 Der Künstler, der in unserer Mangersreuther Kirche einen Himmel an die Decke gemalt hat, der hat in die Mitte des Himmels diese Sonne platziert.

 

 

 

 

 

Mit dieser Himmelssonne ist etwas anderes gemeint als die Sonne, die uns den Tag erleuchtet.

In der Mitte der Mangersreuther Himmelssonne steht der hebräische Gottesname – Jahwe.

An dieser Himmelsonne hat Israel sich orientiert.

Aus dieser Himmelssonne hat Israel die Kraft des Glaubens geschöpft – allzu oft in wirklich düsteren Zeiten.

Und der, den Jahwe seinen lieben Sohn nennt, an dem er Wohlgefallen hat, der lässt nicht nur den Morgenstern in unseren Herzen aufgehen.

Jesus, der Sohn Gottes, stellt auch uns Christen in den Glanz des Lichts, der von seinem himmlischen Vater ausgeht.

Weil der Glanz der Glaubenssonne uns Glaube, Hoffnung, Liebe und sprudelnde Ideen schenkt, darum gelingt es uns immer wieder überraschende Lösungen für fast unlösbar scheinende Probleme zu finden.

Ja, Gott lässt sein Licht scheinen in der Finsternis.

Dafür dürfen wir dankbar sein gerade jetzt in der Epiphaniaszeit.

Amen

Es grüßt Sie, Ihr Pfarrer, Jürgen Rix

 

Fürbittengebet

Himmlischer Vater,

 

du bist das Licht, das alle Finsternis in uns und in dieser Welt überwindet.

Du hast uns in deinem Sohn das Licht der Welt gesandt,

damit in einem jeden von uns die Dunkelheit vertrieben werde.

Wir bitten dich für diese Gemeinde,

dass sie dein Licht weitergibt,

das sie selbst empfangen hat.

Lass uns an unserer Berufung festhalten,

dass wir der Wahrheit und der Gerechtigkeit dienen.

Lass uns offen bleiben für dein Wirken in dieser Welt.

Wir bitten dich,

dass die Einsamen hier ein Zuhause finden und die Suchenden Orientierung.

Lass die Menschen hier gestärkt werden,

denen in ihrem Leben manches zu Bruch gegangen ist,

denen der Sinn ihres Lebens fraglich geworden ist.

Wir bitten dich,

dass es uns in dieser Gemeinde gelingt, die Niedergebeugten aufzurichten,

die Traurigen zu trösten,

die Kranken zu besuchen

und die Alten nicht allein zu lassen.

Hilf uns, dass wir uns immer wieder

von deiner Liebe anstecken lassen

und sie weitergeben.

Amen.

 


3. Sonntag nach Epiphanias

24. Januar 2021

 Ruth 1, 1-19 (Übersetzung Basis-Bibel)

 Es war zu der Zeit, als Richter in Israel regierten. Wieder einmal herrschte Hunger im Land. Da verließ ein Mann die Stadt Bethlehem in Juda. Er wollte mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen eine Zeit lang im Land Moab leben. Der Mann hieß Elimelech und seine Frau hieß Noomi. Seine beiden Söhne hießen Machlon und Kiljon. Sie gehörten zur Großfamilie der Efratiter, die aus Bethlehem im Land Juda kamen.

 Sie gingen nach Moab und ließen sich dort nieder. Da starb Noomis Mann Elimelech, und sie blieb mit ihren zwei Söhnen zurück. Die beiden heirateten Moabiterinnen. Eine hieß Orpa und die andere Ruth. Ungefähr zehn Jahre lang wohnten sie in Moab. Dann starben auch die beiden Söhne Machlon und Kiljon. Noomi blieb allein zurück, ohne Söhne und Mann.

Noomi machte sich auf und zog aus Moab weg, zusammen mit ihren Schwiegertöchtern. Sie hatte nämlich erfahren, dass der Herr sich um sein Volk (Israel) kümmerte und ihm Brot gab. So verließ sie den Ort, an dem sie gelebt hatte. Die beiden Schwiegertöchter begleiteten sie auf dem Weg zurück ins Land Juda. Unterwegs sagte Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: „Kehrt um! Geht zu euren Müttern zurück! Der Herr soll euch genauso lieben, wie ihr die Verstorbenen und auch mich geliebt habt. Er soll dafür sorgen, dass ihr ein neues Zuhause findet bei neuen Ehemännern.“ Und Noomi küsste die beiden. Aber sie weinten laut und baten Noomi: „Lass uns mit dir zu deinem Volk zurückkehren!“

Doch Noomi erwiderte: „Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Ich kann keine Söhne mehr zu Welt bringen, die euch heiraten würden, Kehrt um, meine Töchter! Geht! Ich bin einfach zu alt für eine neue Ehe. Selbst wenn ich es nicht wäre – wenn ich noch heute Nacht mit einem Mann verbringen und danach Söhne zur Welt bringen würde: Wollt ihr wirklich warten, bis sie groß sind? Wollt ihr euch so lange einschließen und mit keinem Mann verheiratet sein? Nein, meinen Töchter! Mein Schicksal ist zu bitter für euch. Die Hand des Herrn hat mich getroffen.“

Da weinten die beiden noch lauter. Orpa küsste ihre Schwiegermutter zum Abschied. Aber Ruth blieb bei Noomi.

Noomie sagte zu Ruth: „Schau! Deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott. Mach es wie sie: Kehr um!“ Aber Ruth antwortete: „Schick mich nicht fort! Ich will dich nicht im Stich lassen. Ja, wohin du gehst, dahin gehe auch ich. Und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! Wo du stirbst, da will ich auch sterben, und da will ich auch begraben sein. Der Herr soll mir antun, was immer er will! Nichts kann mich von dir trennen außer dem Tod.“

Noomi sah, dass Ruth entschlossen war, mit ihr zu ziehen. Da hörte sie auf, es ihr auszureden. So wanderten sie gemeinsam nach Bethlehem.

 

Liebe Gemeinde,

die Ruth-Geschichte ist eine sehr berührende und anschauliche Geschichte. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass die Namen der Beteiligten sehr sorgfältig erwähnt werden und das hat seine Bedeutung, denn im Buch Ruth ist kein Name zufällig, sondern jeder hat seinen Sinn und treibt die Geschichte voran.

Ursprünglich wohnen Elimelech und Noomi in Bethlehem. Wenn man das Wort Bethlehem übersetzt heißt es „Haus des Brotes“. Und doch erleben sie ausgerechnet dort, dass es kein Brot mehr gibt. In ganz Israel ist eine Hungersnot ausgebrochen. Und so müssen Elimelech, d.h. übersetzt „Mein Gott ist König“ und Noomi, d.h. übersetzt „Meine Freude“ fliehen. Gott erweist sich hier erstmal nicht als Freude und nicht als König, der helfend eingreift. Eine Erfahrung, die wir auch kennen.

Sie beschließen nach Moab zu ziehen: Das ist ein Nachbarstaat von Israel im Ostjordanland. Die beiden Länder waren nicht gerade best friends, sondern wollten eher nichts miteinander zu tun haben. Dennoch gehen Elimelech und Noomi nach Moab und werden dort heimisch. Das klingt gut, aber dann stirbt Elimelech und lässt Noomi als Witwe mit zwei Söhnen zurück. Das war für eine Frau ein hartes Schicksal, zumal sie ja fern von ihrer eigenen Familie war, die sie hätte unterstützen können. Aber Noomi hält es irgendwie durch. Ihre Söhne wachsen heran und heiraten schließlich zwei Moabiterinnen. Orpa und Ruth. Das lässt ja schon darauf schließen, dass alle sich im Land Moab inzwischen wohlfühlen und dort neue Heimat gefunden haben.

Wäre die Geschichte hier zu Ende, wäre es schön. Sie ist aber nicht zu Ende, denn in Noomis Leben bricht erneut der Tod ein. Beide Söhne sterben – ihre Namen bedeuten übrigens „der Schwächliche“ und „der Gebrechliche“ und deuteten damit bereits an, dass sie nicht alt werden würden. Nun sind es drei Witwen: Noomi, Orpa und Ruth. Sie haben es schwer, denn Frauen ohne Mann waren damals ohne Schutz und ohne Versorgung.

Das ist der Punkt, an dem Noomi nun doch beschließt, zurück in ihre alte Heimat Israel zu ihren Verwandten zu gehen, um dort hoffentlich Aufnahme zu finden, zumal sie gehört hat, dass die Hungersnot in Israel vorbei ist. Man könnte ja meinen, dass Orpa und Ruth von vorneherein sagen, dass sie nicht mitgehen, sondern in Moab bleiben. Schließlich sind sie Moabiterinnen und haben ihre Familie hier. Aber das Verhältnis zu Noomi muss ein gutes gewesen sein, denn beide Schwiegertöchter gehen mit Noomi mit. Als sie schon eine gute Zeit unterwegs sind, zeigt sich, dass die Beziehung wirklich eine gute gewesen sein muss, denn Noomi fordert beide auf, nach Moab zurückzukehren: „Was wollt ihr mit mir in Israel?“sagt sie. „Ihr seid Fremde dort, findet bestimmt keinen Mann und ich bin zu alt, um euch noch einmal Männer zu schenken. Kehrt um, das ist besser!“

Aber die beiden wollen nicht. Sie wollen bei Noomi bleiben. Da bittet Noomi sie noch einmal eindringlich, nach Moab zurückzukehren. Und nun machen auch die beiden Schwiegertöchter die Bedeutung ihres Namens wahr. Denn Orpa heißt „die sich Abwendende“. Sie beschließt tatsächlich, wenn auch schweren Herzens, nach Moab zurück zu gehen. Ruth aber bleibt. Ihr Name bedeutet „Freundin“. Mit ihren Worten an Noomi legt sie einen zu Herzen gehenden Schwur ab: „Schick mich nicht fort! Ich will dich nicht im Stich lassen. Ja, wohin du gehst, dahin gehe auch ich. Und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! Wo du stirbst, da will ich auch sterben, und da will ich auch begraben sein. Der Herr soll mir antun, was immer er will! Nichts kann mich von dir trennen außer dem Tod.“

Diese Worte werden oft als Trauspruch von jungen Ehepaaren genommen, weil sie ja wirklich genau das beschreiben, was man sich von einer Beziehung erhofft: Treue, Liebe, Solidarität, egal was kommt.

Ab diesem Punkt erzählt die Ruth-Geschichte die Geschichte zweier Frauen, die in tiefer Freundschaft verbunden sind: Eine bleibt bei der anderen. Eine hilft der anderen. Und Ruth öffnet sich nicht nur für Noomi, sondern auch für deren Heimat, für deren Glauben und deren Familie. Noomi, eigentlich gebeutelt vom Schicksal, bekommt durch Ruth ihre Lebensfreude und Lebensenergie zurück und später verhilft sie, recht trickreich, Ruth zu einem neuen Mann. Der heißt Boas. Das bedeutet „In ihm ist Kraft“. Die beiden gründen eine Familie – aus dieser Familienlinie geht der spätere König David hervor, auf den wiederum Joseph, der Vater von Jesus, zurückgeht. Ruth, die eigentlich Fremde, wird zur Stammmutter von Jesus.

Lesen Sie doch mal das ganze Buch Ruth- es ist nicht sehr umfangreich und eine gute Sonntagslektüre! :-)

Man kann das Buch Ruth natürlich in vielerlei Hinsicht deuten, aber ich möchte in dieser Predigt ganz nah an dem Thema „Freundschaft“ bleiben. Das Wort „Freund“ bezieht sich ursprünglich auf die alte Bedeutung „Stammesgenosse, Blutsverwandter“, geht dann aber darüber hinaus. Sich mit jemanden anfreunden bedeutet demnach nicht mehr, in den doch engen Grenzen der Verwandtschaft oder des eigenen Volkes bleiben zu müssen, sondern sich jeden Menschen zum Freund, zum engen Vertrauten, erwählen zu können. Die Genetiker würden sagen: Da wir Menschen alle von derselben Art abstammen, dem Homo sapiens, sind wir ja sowieso alle irgendwie miteinander verwandt.

Gott hat uns längst erklärt, dass es für ihn schon immer so ist: Er nennt uns seine Kinder! In Jesus Christus hat er uns die wunderbaren Worte, die Ruth gesprochen hat, auch zugesprochen: „Wo immer du bist, bin ich auch. Ob du lebst oder stirbst, ich bin da – und nicht einmal der Tod kann uns trennen!“

Ich finde, das sind die schönsten Sätze, die wir Menschen hören können. Und noch schöner ist es, wenn wir sie einander weitergeben, indem wir treue Freunde und Freundinnen füreinander sind. Da können wir viel von Ruth lernen – und von Gott sowieso. Unser Leben wird nie immer nur auf der Sonnenseite verlaufen, aber mit unserem treuen Gott an der Seite und einem guten Freund oder einer guten Freundin wird vieles auf einmal möglich, wo man vorher sagen würde: „Das schaffe ich nie!“

Ruth hat es so erfahren, weil sie den Mut zum Vertrauen hatte. Ein Vertrauen, das ihr und ihrer Schwiegermutter und später vielen anderen Menschen ein segensreiches Leben ermöglichte. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unser menschliches Verstehen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

                           Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Bettina Weber

 

Es wachse in dir der Mut, dich einzulassen auf dieses Leben

 mit all seinen Widersprüchen,

 mit all seiner Unvollkommenheit,

 dass du beides vermagst:

Kämpfen und geschehen lassen,

 ausharren und aufbrechen,

 nehmen und entbehren.

 

Es wachse in dir der Mut, dich liebevoll wahrzunehmen,

 dich einzulassen auf andere Menschen

 und ihnen teilzugeben an dem,

 was du bist und hast.

 

Sei gesegnet, du,

 und mit dir die Menschen,

 die zu dir gehören,

 dass ihr, inmitten dieser unbegreiflichen Welt

 den Reichtum des Lebens erfahrt.

 

(Antje Sabine Naegeli aus: „Ich spanne die Flügel des Vertrauens aus“)

2. Sonntag nach Epiphanias

17. Januar 2021

Die Hochzeit in Kana

Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dabei, und auch Jesus war mit seinen Jüngern dazu eingeladen. Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte seine Mutter zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr!“

Jesus erwiderte ihr: „Frau, das ist meine Sache, nicht deine! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: „Tut alles, was er euch befiehlt!“

Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein, von denen jeder etwa hundert Liter fasste. Man brauchte sie wegen der Reinigung, die das Gesetz vorschreibt.

Jesus sagte zu den Dienern: „ Füllt diese Krüge mit Wasser!“ Sie füllten sie bis an den Rand. Dann befahl er ihnen: „Jetzt nehmt eine Probe davon und bringt sie dem Mann, der für das Festessen verantwortlich ist.“

Sie brachten ihm eine Probe, und er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher dieser Wein kam, nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam zu sich und sagte: „Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben!“

So vollbrachte Jesus in Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger kamen zum Glauben an ihn. Danach ging er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinunter und blieb einige Tage dort.

 

Liebe Gemeinde,

eine schöne Geschichte, die uns in diesen durch Corona kontaktarmen Zeiten so richtig gut tun kann. Die ganze Familie Jesu ist auf einer Hochzeit eingeladen, so wie wir das auch kennen, wenn wir miteinander feiern. Hochzeiten wurden damals wie ja auch oft heute noch aufwändig und prunkvoll ausgestaltet. Nur das Beste sollte auf den Tisch kommen und natürlich sollte alles reichlich vorhanden sein. Eine Woche hat so eine Hochzeit damals nicht selten gedauert und viele Familien haben sich damit sogar hoch verschuldet, nur um die Gäste perfekt bewirten zu können.

Stellen Sie sich vor, welch eine Katastrophe das dann war, wenn der Wein ausging. Hohn und Spott hätte sich über die Gastgeber ergossen und mancher hätte geringschätzig den Kopf geschüttelt über so viel Fehlplanung.

Das wäre uns ja auch im Privaten sehr peinlich: Wenn man jemanden eingeladen hat und dann fehlt es am Grundsätzlichen.

Ich kann mich in diese Geschichte richtig reinfühlen, sehe wie dem Brautvater der Schweiß ausbricht, höre wie die Diener miteinander zu flüstern beginnen, beobachte, wie der Bräutigam die Hände ringt. „O Mann, was sollen wir nun tun? Wie können wir die Situation nur retten, ohne dass es allzu peinlich wird?“

Und dann rettet jemand ganz anderer die Situation, einer der Gäste und er tut es völlig unerwartet und auch mit einer Methode, die bis heute nicht zu kopieren ist. Streng geheim – Schade J

Jedenfalls verwandelt Jesus sozusagen im Vorübergehen nicht mal nur ein paar Gläser, sondern 600 l Wasser in den besten Wein. Wow! Als sein erstes öffentliches Zeichen ganz schön beeindruckend.

Ich kann an dieser Stelle, immer wenn ich mit diesem Predigttext zu tun habe, nie widerstehen, eine kleine Geschichte zu erzählen, einfach weil sie es exakt auf den Punkt bringt, um was es hier geht:

Ein Religionslehrer hatte genau diese Geschichte seiner Grundschulklasse erzählt und wollte nun an diesem Punkt auch das durchaus etwas Anstößige an dieser Riesenmenge Wein, herausarbeiten. Deshalb fragte er seine Klasse: „Na, was meint ihr denn, was haben denn die Leute da wohl gedacht, als Jesus so viel Wasser in Wein verwandelt hatte?“ Nach anfänglichem Schweigen meldet sich ein Junge und sagt: „Die Leute haben sicher gedacht: „Na den laden wir auch mal ein!‘“

Das ist zum Schmunzeln, ja, aber einmal mehr muss man dann zugeben, dass da wieder mal ein Kind die Sache auf den Punkt gebracht hat. Denn besser als dieser Junge kann man den Sinn dieser Geschichte kaum erklären.

Immer wieder haben sich schlaue Leute gefragt und auch endlos darüber diskutiert, warum eigentlich diese Geschichte von Jesus gleich am Anfang des Johannes-Evangeliums zu finden ist. Sie ist nämlich wirklich außergewöhnlich und hätte durchaus auch in der Versenkung verschwinden können, weil sie eigentlich gar nicht zu den vielen anderen Geschichten passt, die wir sonst von Jesus kennen. Denn Jesus tut in ihr, im Unterschied zu den anderen Begebenheiten, die die Bibel von ihm überliefert, hier nichts Lebensnotwendiges. In allen anderen Geschichten geht es ja um die ganz wichtigen Dinge: Um Krankheit und Heilung, um Zweifel und Glauben, um Sünde und Vergebung, um Tod und Leben. Das sind alles grundlegende Lebensthemen.

Aber hier: Hier geht es um eine Hochzeit, um Glück, Freude, Ausgelassen Sein. Wenn ich’s mal ganz boshaft sage „um Wein, Weib und Gesang“ – und all das war nun gefährdet, weil der Wein auszugehen drohte: Peinlich eben, ein Fleck auf der Ehre, aber doch nicht gerade ein Lebensthema oder gar lebensbedrohend, oder doch?

Warum hat Jesus das gemacht? Warum hat auch seine Mutter sozusagen vorausahnen können, dass er das tun wird? Vielleicht denken Sie jetzt: Na, er wollte eben durch dieses Wunder Glauben wecken und bei seinen Jüngern geschieht ja auch genau das. Aber andererseits hängt Jesus das Geschehene genau nicht an die große Glocke: Im Gegenteil, er verbietet seiner Mutter den Mund und nur ein paar wenige bekommen überhaupt mit, was da passiert.

Warum also wird diese Geschichte erzählt?

Vielleicht, liebe Gemeinde, geht es hier eben doch um etwas Lebensnotwendiges, nämlich um Freude, um Feiern, um fröhliches Zusammensein. Darum, dass Jesus, einfach so, um der Freude, um des Gelingens eines Festes willen, Wasser in Wein verwandelt.

Wir Christen haben ja oft kein Problem mit Problemen. Damit wissen wir oft bestens umzugehen. Dafür sind wir gerüstet. Aber manchmal haben wir ein Problem mit der Freude: Lange war im Christentum alles verboten, was Freude machte: Tanzen und Kartenspielen, Feiern und faul sein, Alkohol und Sexualität – das waren alles Tabuthemen oder eben sehr streng geregelt und wehe, es gab Fehltritte, dann wurde auch schon mal mit dem Fegefeuer gedroht.

Und dann verwandelt dieser Jesus Wasser gleich Krüge weise in Wein. Welches Übermaß, welche Freude für dieses Hochzeitspaar, welche Hoffnung, dass Jesus das einfach so kann. Welcher Ausblick, dass er nicht knausrig ausrechnet, wie viel man braucht, dass es halt grad so reicht, sondern dass er im Überfluss gibt.

Ich hoffe, dass diese Hochzeit dann noch richtig ausgelassen und schön gefeiert wurde und dass die, die das Wunder Jesu mitbekamen, sich umso mehr freuen konnten über das, was sie gesehen und was sie dann auch schmecken durften.

Eine echte Hoch-Zeit ist das. Sind wir doch einfach froh, dass es auch diese Geschichte gibt, wo Jesus nicht zur Lebensrettung, sondern zur puren Freude dieses Wunder tut. Sind wir doch froh, dass es diese Geschichte gibt, weil wir ja eben tatsächlich nicht nur Hoch-Zeiten im Leben haben, sondern auch Tief-Zeiten. Wir erleben gerade eine sehr schwere Zeit und sehnen uns danach, dass wir wieder unbeschwert zusammen sein dürfen, feiern können, uns sehen können, wann und wo wir wollen. Und es gibt natürlich auch neben Corona viel Leid, Situationen, in denen sich Menschen fragen: „Warum, Gott, habe ich Krebs? Warum stirbt eine Mutter von noch ganz kleinen Kindern? Warum fällt jemand in tiefe Depressionen? Warum geschieht dieser Unfall? Warum, Gott, lernen wir Menschen nicht endlich, uns einander anzunehmen mit all unseren Unterschiedlichkeiten? Warum, Gott, wo bist du, warum verwandelst du nicht das sinnlose Leiden der Unschuldigen? Es wäre doch eine Kleinigkeit für dich und wir wissen, dass du es kannst!“

Aber – eine andere Antwort als die des Jungen aus dem Religionsunterricht finden auch wir vermutlich nicht: „Den laden wir auch mal ein“ – so hatte er gesagt. Und darin liegt tatsächlich der Schlüssel für ein Leben mit Gott. Jesus einladen, in die Hoch-Zeiten und Tief-Zeiten unseres Lebens. Jesus erleben als den, der Freude im Übermaß schenkt, einfach so, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Aber auch Jesus zu erleben als einen, der sich scheinbar weigert, das schale Wasser unseres Alltags in funkelnden Wein zu verwandeln – und der dennoch versprochen hat, da zu sein, dann halt im Wasser.

„Den laden wir auch mal ein“ – stimmt, das sollten wir tun. Jesus einladen in alles, was uns himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt macht.

Lassen wir uns Mut machen mit dieser wunderschönen Geschichte von der Hochzeit in Kana. Halten wir die Augen offen für das viele Erfreuliche, das Gott uns jeden Tag schenkt und halten wir unsere Herzen offen für den großen Verwandler, für den Mann aus Nazareth, für unseren Gott, der nichts lieber tut, als zu uns zu kommen, wenn wir ihn einladen und uns beizustehen in allen Lebenslagen. Amen.

 

 Und der Friede Gottes, der höher ist als all unser Verstehen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Gott, der dich wahrnimmt, lasse zu deiner Erfahrung werden, was er dir zugesagt hat:

Bei dir zu sein, in Angst und Unsicherheit,

zu dir zu stehen

in Ausweglosigkeit und Verlassenheit,

dich zu trösten, wenn du bekümmert bist,

deine Bedürftigkeit zu Herzen zu nehmen,

was immer auf dir lastet.

Er schenke dir, was du dir selbst nicht geben kannst:

Wachsendes Vertrauen

mitten in den Widersprüchen dieses Lebens.

Amen.

 

 (Gebet von Antje Sabine Naegeli aus „Ich spanne die Flügel des Vertrauens aus“)

 

 Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Bettina Weber

1. Sonntag nach Epiphanias

10. Januar 2021

 

Predigt zum Römerbrief des Paulus Kapitel 12, Vers 1-8

 

 

Liebe Gemeinde,

zu Beginn eines neuen Jahres wünschen wir uns etwas, was Mut macht, das „aufbaut“ und neue Hoffnung weckt. In unserem heutigen Bibelwort geht es um keine Randbemerkung, sondern um unsere christliche Existenz. Wie lebe ich als Christin / als Christ heute …

 

Wenn ich in einer lebendigen Beziehung lebe, dann prägt das meinen Alltag. Dann ist das keine Sache für eine Stunde am Wochenende oder ein Ausrufungszeichen ab und zu im Jahr. Je besser eine Beziehung ist, desto intensiver ist sie. Desto präsenter ist sie auch in meinem Alltag. Genauso ist es bei Gott – und in der Gemeinschaft einer christlicher Umgebung: Gottesdienst, mein Leben in einer Gemeinde, Mitarbeit, Musik-gruppe, Fest und Feier und Freizeit … Es ist ein großer Reichtum, den wir als Kirchengemeinden vor Ort haben, der erkennbar und erlebbar ist. Dort leben Menschen, die zur Ehre Gottes leben. Auf vielfältige Weise. Die Mitte unseres Lebens und Glaubens nennt Paulus nun „Gottesdienst“ …

 

Liebe Gemeinde, heute werfen wir einen Blick ins Leben der christlichen Gemeinde. Im Brief des Apostel Paulus an die junge Gemeinde in Rom begegnen uns zunächst viele Ermahnungen. Ich nehme an, gerade am Anfang eines neuen Jahres hören wir sie nicht gerne. Doch „halt“: Hier geht es nicht um besserwisserische Weisheiten oder ein „von oben herab“. “Ermahnen“ bedeutet vielmehr „sehr eindringlich reden, aufrufen und auffordern“. Dahinter steckt, dass jemand von einer Sache sehr überzeugt ist, dass ihm etwas ganz wichtig ist. Frei nach dem Motto: „Hört her, ich habe euch etwas sehr Wichtiges zu sagen! Ich lege es euch dringlich ans Herz.“ So legt Paulus uns ans Herz: Christ sein ist Hingabe mit Leib und Seele. Ja, wie oft sehen unsere Zeitgenossen den christlichen Glauben nur als rein religiöse Sache: „Ich brauche nicht zur Kirche zu gehen, um zu glauben. Ich bin für mich selber gläubig, in meinem Herzen, in mir. Alles andere geht niemanden etwas an …“. Eine gängige Meinung unter uns. Zunächst ist da etwas Richtiges dran: Gottesbeziehung ist immer eine ganz persönliche Beziehung. Da steht niemand dazwischen: keine Kirche, kein Papst, kein Bischof, keine Pfarrerin. Vor Gott stehe ich immer alleine da, ganz ich selber, mit mir und meinem Leben. Das hat Martin Luther in seiner Schrift von der Freiheit eines Christenmenschen vor Augen geführt. Dies ist jedoch nur die eine Seite des gläubigen Denkens: Paulus macht deutlich, dass auch Leib und das Leibliche, das Tun und Lassen des Menschen zum Glauben gehören. Er nennt dies unseren „vernünftigen Gottesdienst“.

 

Der Gottesdienst hat mit unserer ganzen Person, mit Herzen, Mund und Händen zu tun. Frei nach Paulus: Ich lege euch  ans Herz, dass ihr nicht nur euren Verstand gebraucht und euer Gefühl im Gottesdienst erlebt. Ich weiß, ihr feiert euren Gottesdienst am Sonntag, aber damit ist er noch lange nicht zu Ende. Setzt euer ganzes Wesen und Wollen ein – und zwar auch im Alltag. Dort, wo ihr lebt, lebt so, dass es Gott gefällt. Wie Gott es in eurer Taufe begonnen hat, so lebt jeden Tag: Aus Gottes Barmherzigkeit heraus, so wie es euch die Jahreslosung 2021 zuspricht:

Seid barmherzig, wie euer himmlischer Vater barmherzig ist.“                                         

Geht mit dem, was ihr am Sonntag empfangen habt, in euren Alltag zurück. Dort geht euer Gottesdienst weiter. Unterwegs werdet ihr es gemeinsam herausfinden, was das Gute und Vollkommene ist, das Gott gefällt … 

Und, was ist nun dieser Gottesdienst? Für viele ist dies zunächst – das Orgelspiel. Ich nehme an, Gesang, Gebet und biblische Lesungen wie die Worte einer geistlichen Person gehören auch dazu. Paulus würde diese Feier, die wir gerade in diesen Corona-Zeiten vermissen, sicherlich auch Gottes-dienst nennen. Aber, das wäre noch nicht alles: „Gebt eure Leiber hin, als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist“. Damit meint er, dass unser Glaube auch sichtbar werden soll. Gottesdienst ist dabei wie eine Tankstelle. Ich lasse mich daran erinnern, was meinen Glauben ausmacht. Hier ist der Ort, an dem Gott redet. Er ermutigt mich, er stärkt, er bringt mich auf den Weg, er ermahnt, bringt zurecht, er weist Schuld auf und spricht Vergebung zu.

Unsere kirchliche Feier als „Tankstelle“ ist solch eine Gottesbegegnung. Sie ist Gottesdienst, also Gottes Dienst an uns Menschen. Und diesem Gottesdienst entspricht nun „unser Gottes-Dienst“, nämlich unser Dienst an Gott, der sich in unserem Leben zeigt, in der Hingabe unseres Lebens.                                                                  Es ist schön, wenn uns das in verschiedenen Lebensbereichen gelingt: Familien in unseren Kindergärten von der Liebe Gottes in Jesus zu erzählen, Konfirmanden zu einem Leben als Christ(inn)en zu ermutigen, Freunde der Musik in ihren Gaben zu fördern – und das alles zum Lobe Gottes. Dabei darf ich entdecken, dass jeder Mensch von Gott begabt ist. Bei Paulus wird das ganz deutlich:  Die Gaben sind so verschieden und vielfältig wie die Gliedmaßen an einem Leib: diakonisch tätig sein, die frohe Botschaft weiter sagen, Seelsorge üben, trösten, mit Geld unterstützen, liebende Fürsorge leben, lehren, organisieren - all das trägt zur lebendigen Gemeinde bei. Es braucht heute sicher etwas Zeit, zu begreifen, dass ein solches Herausgehen aus sich selbst kein (Selbst-)Verlust ist, sondern ein Selbstgewinn. Ja, es kann sogar zu einer neuen Lebensintensität führen, die mich erfüllt. Unsere jüngeren Leute würden dazu sagen: „No risk, no fun“.                      

So will Gott, dass wir nicht nur mit unserem Mund oder unserem Herzen religiös sind, sondern unser Handeln gehört genauso dazu. Das Wirken mit Worten, das Handeln mit Händen und Füßen, ja mit unserem ganzen Körper ist gottesdienstliches Handeln. Dies spricht übrigens auch gegen jede Leibfeindlichkeit, die die Kirche in früheren Jahrhunderten praktiziert hat. Unser Leib ist einbezogen. Paulus erwartet von unserem Handeln Hingabe und Opferbereitschaft. Opfer meint jedoch nicht, dass wir ständig leiden müssen. Im biblischen Sinn verstehe ich es so: Ich gebe mich mit Leib und Seele in Gottes Hände. Ich lasse mich bestimmen von Ihm, von Seinem Willen. Mir ist noch heute der Refrain eines Liedes in Erinnerung, den ich beim Kirchentag in Düsseldorf vor vielen Jahren gehört habe. Die Band hat gesungen: „Herr, was willst Du. Ich frage Dich ...“

So versuche ich, diesen Willen Gottes in meinem Leben zu spüren und lebendig werden zu lassen. Dazu gehört dann beides: hören, mit Gott in Kontakt zu treten, sich wach mit dem Wort Gottes auseinander zu setzen. Und dann das Gehörte in meinem konkreten Alltag um zu setzen, mit konkreten Möglichkeiten. Dazu sagt Paulus nun wichtige Dinge: „Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes"                              

Das heißt für mich:  Tut die Dinge nicht, weil alle sie tun – und sie dadurch richtig scheinen. Redet z. B. jemand über andere (in deren Abwesenheit), ist damit das Reden über andere noch lange nicht richtig. Oder, christlicher Glaube fordert manchmal kritische Distanz und Abstand, z.B. in Forschung und Wissenschaft: Immer wieder versuchen wir, alles Machbare auch zu machen, z. B. beim Versuch Menschen zu klonen. Getrieben sind wir dabei u.a. von der Sehnsucht, Menschen so vollkommen zu machen – wie Gott. Deshalb soll die Wissenschaft bis ins Letzte getrieben werden… Ich frage dagegen: Welche Welt wäre das, in der nur Einsteins leben – und ein Bach, ein Beethoven oder Mozart würden fehlen? Welche Welt wäre das, in der nur die weißen Europäer etwas gelten würden – und andere Kulturen würden fehlen? Nein, Vollkommenheit bedeutet nicht eine Technik zu beherrschen, die Menschen verdoppeln kann. Vollkommenheit des Menschen heißt, sich seiner eigenen Grenzen bewusst zu werden. Und dabei so zu leben, dass  das Leben Gott wohlgefällig ist. Lasst es uns wagen. Amen.

 

Pfarrer i.R. Rolf Dieling, Kulmbach

 

Fest der Erscheinung des Herrn - Epiphanias

6. Januar 2021 Dreikönigstag

 Jesaja 60, 1-6:

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!

Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.

Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt, kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arm hergetragen werden.

Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt.

Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen.

 

Liebe Gemeinde,

einen traurigen Menschen erkennt man in aller Regel auf den ersten Blick. Zwar wissen manche ihre Traurigkeit gut zu tarnen, aber dennoch verraten Mimik, Gestik und Körperhaltung, wie einem Menschen zumute ist. Und ist er traurig, dann lässt er den Kopf hängen, er ist in sich zusammengesunken, die Mundwinkel sind nach unten gezogen, die Gestik ist verhalten, die Augen sind niedergeschlagen. Und niedergeschlagen fühlt er sich auch.

Niedergeschlagen – ein Wort, das Bände spricht. Wir kennen sie alle, diese Situationen, wo wir uns genauso fühlen: Als hätte uns jemand niedergeschlagen, womöglich heimtückisch von hinten, als wir völlig ahnungslos waren.

Viele Menschen sind gerade niedergeschlagen, denn lange schon verhindert Corona so manches, was uns fröhlich oder zufrieden macht. Die Worte „allein“ und „einsam“ haben für viele einen ganz neuen Klang bekommen. Und viele stehen auch existentiell mit dem Rücken zur Wand. „Wir müssen durchhalten“ – so sagen wir, aber es ist schwer. Was hilft uns Niedergeschlagenen wieder auf die Beine zu kommen? Was tröstet?

Heute ist Epiphanias, das Erscheinungsfest: Der Tag der Erscheinung des Herrn, der Tag der Erscheinung des Lichts. Ein guter Aufhänger, um über Trost zu sprechen, denn Trost und Licht sind eng verbunden.

Wann brauchen wir Trost und was tröstet? Egal, wie groß, wie klein, wie alt oder jung wir sind, wir brauchen immer dann Trost, wenn wir uns klein fühlen. Wenn uns etwas zu groß ist, eine neue berufliche Herausforderung vielleicht oder umgekehrt die 25. Absage auf eine Bewerbung, eine Schulaufgabe, die Angst macht oder eben auch das Jahr 2020, an das wir schaudernd zurückdenken, weil wir uns diesem neuen Virus so ausgeliefert und uns dadurch so klein fühlten. Und auch 2021 wird sich nicht schlagartig ändern. Es steht uns noch eine nicht abzusehende Durststrecke bevor.

Wo finden wir Stärkung und Trost? Das Wort Trost hat dieselbe Wurzel wie das engl. "trust“, Vertrauen, und unser Wort „treu“. Dahinter steckt die altgermanische Wurzel des Wortes „Vertrag, Bündnis“. Dass Trost so etwas wie ein Vertrag ist, finde ich einen sehr schönen, einen sehr tröstenden Gedanken: Zwei oder auch mehrere gehen aufeinander zu und vereinbaren sozusagen zusammenzuhalten und einen Weg miteinander zu gehen. Dadurch entsteht etwas, was Halt gibt. Das erinnert mich an manche Spaziergänge zu zweit: Wenigstens zu zweit darf man auch jetzt unterwegs sein. Das ist nicht viel, aber auch nicht nichts. Menschen können einander Halt geben.

Trost muss also gar nicht riesig einherkommen, er findet eher in solchen kleinen, aber eben bedeutenden Gesten statt. Fragen Sie sich doch einmal selber: Was tröstet Sie im Leben? Sicher sind es auch manchmal materielle Dinge, aber meistens sind es Menschen: Die Eltern und Geschwister, Freunde und Freundinnen, verständnisvolle Lehrer oder Arbeitskollegen, die in kritischen und traurigen Situationen sich mit uns verbünden und dadurch wieder Platz für Hoffnung machen. Ein aufmunterndes „Ach komm, ich bin doch auch da, das schaffen wir schon“, sei es am Telefon gesprochen oder auf einem Spaziergang gesagt oder in einer WhatsApp geschrieben – das kann für einen Niedergeschlagenen alles bedeuten.

„Ich bin doch auch da“ – ich glaube, das ist das Zauberwort. Denn manchmal kann man ja eigentlich gar nicht trösten. Wenn ein Kleinkind nach dem verlorenen Teddy weint und er einfach nicht zu finden ist, was soll dann trösten außer der Nähe von Menschen, die in den Arm nehmen und dieses beruhigende „Ich bin da“ flüstern. Was soll Kranke trösten, Sterbende, Trauernde, junge Menschen mit Liebeskummer oder den, der gerade einen Riesen Misserfolg einstecken musste? Man kann die Situation an sich ja nicht ändern, aber eben diesen Trost-Vertrag anbieten: „Ach komm, ich bin doch da.“

Der Gottesname „Jahwe“ aus dem Alten Testament, der hier oben an der Decke der Mangersreuther Kirche in hebräischen Buchstaben leuchtet, heißt übersetzt „Der Gott, der mitgeht, der Ich-bin-da-Gott“. Nomen est omen: Der Name sagt schon alles. Gottes Name schon verheißt Trost, verheißt ein Bündnis mit Gott, verheißt Verbrüderung. Israel hat ihn immer wieder nötig gehabt, diesen Trost, nicht zuletzt deshalb, weil es auch immer wieder eigene Wege ohne Gott gehen wollte und damit oft genug ins Unglück rannte, so zumindest haben die Propheten des Alten Testaments die Geschichte immer wieder gedeutet. Der Prophet Jesaja hat das auch getan: Er hat die Eroberung Israels durch die Assyrer und Babylonier und die lange Zeit seines Volkes im babylonischen Exil als Strafe Gottes gedeutet für die Abkehr Israels von Gott. Und so war das Volk verzweifelt und niedergeschlagen in jeglichem Sinn. Sie wussten nicht, ob sie jemals würden zurückkehren dürfen und ob ihr Gott Jahwe noch ihr Gott sei. Sie sehnten sich nach Trost. Und sie durften ihn hören: Lesen Sie noch mal den Predigttext; da wird er zugesprochen, dieser Trost.

Dieser Text erinnert mich so ein bisschen an die la ola-Welle in den Fußballstadien. Einer fängt an und plötzlich wächst sie hoch und endet im Jubel, im Lachen, in den vor Freude erhobenen Armen.

Israel war niedergeschlagen und dann gibt da jemand auch so einen Impuls: „Mache dich auf“ – merken Sie, wie sich die Körperhaltung und die innere Haltung damit schon ändern? Man richtet sich auf, horcht auf, macht auf – was kommt denn da?

„Mache dich auf, werde licht, denn deine Herrlichkeit kommt!“ Noch ist es finster, man sieht nichts, fürchtet sich, aber schon ist er zu ahnen, der Schimmer des Lichts und des Trostes und man lauscht und sieht mit weit aufgerissenen Augen in die Dunkelheit. „Hebe deine Augen auf, sieh nicht mehr zu Boden – und dann wirst du sehen, ja, du wirst vor Freude strahlen, dein Land und die Menschen darin werden sich erholen, ja die Menschen der anderen Völker werden kommen, dir Geschenke bringen und Gottes Lob verkündigen.“

Merken Sie diese Hoffnungswelle, wie sie durch diesen Text geht – und wie die Niedergeschlagenen es wagen, wieder aufzusehen, aufzuhorchen, sich aufzurichten, um Gutes und Tröstendes zu sehen und zu hören?

Liebe Gemeinde, Israel ist nicht von einem Augenblick zum anderen gerettet worden, es hat lange gedauert, bis sie zurück durften in ihr Land, aber dass sie schon lange, lange vorher dieses tröstliche „Ich bin da“ Gottes hören durften, das hat sie durchhalten lassen mit ihrer Hoffnung.

Wir wünschen uns alle sicher manchmal mehr. Es gibt so unerträgliche Situationen, dass Menschen zu Recht meinen, es einfach keinen Tag länger mehr aushalten zu können. Aber man kann manche Situationen eben nicht ändern. Und so gibt es wahrscheinlich im Leben eines jeden Menschen auch Zeiten, in denen er wie ein wütendes und verzweifeltes Kind, das irgendetwas haben möchte, dagegen anrennt und antobt und anschreit. Leben ist oft kein Zuckerschlecken, sondern bringt einem auch bittere Verzweiflung.

Wer wünscht sich in solchen Situationen dann nicht so eine Art Superhelden wie Superman oder Batman oder Spiderman oder wie sie alle heißen, die mal eben kommen und unter dem Jubel ihrer Anhänger wie nebenbei alles wieder in Ordnung bringen. Aber die gibt es eben nicht und wir haben auch keinen Gott, der all das Unerträgliche einfach wegräumt.

Wir haben aber unseren „Ich-bin-da-Gott“, der zuletzt in Jesus Christus seinen Trost-Vertrag mit uns geschlossen hat. Und weil Jesus so durch und durch Mensch war und kein Superheld, kennt er unser Leben mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten auch durch und durch. Er sieht uns, wenn wir strahlen vor Freude und er weiß, wie es ist, vollkommen niedergeschlagen, ja verraten und verkauft oder gar in der Gefahr des Todes zu sein. Er sieht uns und ist da, wie Vater und Mutter und Geschwister und Freunde und Freundinnen da sind. Und bietet uns mitten im schaurig-schönen Leben seinen Vertrag an. Ewiges Glück ist darin nicht verheißen, aber ewige Gegenwart Gottes, komme was wolle. Mehr ist nicht drin, in manchen Situationen mag uns das zu wenig sein, die Bibel ist voll von Menschen, die das auch finden und ihr „Wo warst du, Gott?“ fragen. Aber weniger ist eben auch nicht drin. Egal, wo wir sind, wie wir uns fühlen, ob wir vor Zorn beben, vor Einsamkeit weinen, vor Sehnsucht vergehen, vor Freude jauchzen: Gott ist da.

 Heute ist Epiphanias, der Tag der Erscheinung des Herrn. Der Stern hat die Weisen zur Krippe geführt und sie fanden dort das Licht der Welt. In Jesus Christus hat Gott mit uns diesen Licht- Trost-Vertrag geschlossen und wo immer wir uns im Leben befinden, er sagt es uns zu, dieses „Ich bin da, hab keine Angst.“ Daran können wir uns festhalten. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alles menschliche Verstehen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Bettina Weber

2. Sonntag nach Weihnachten

3. Januar 2021

 Lukas 2, 41-52

 

Und die Eltern von Jesus gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wussten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagesreise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Kind, warum hast du uns das angetan? Sieh, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht! Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem was meines Vaters Haus ist?

Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen gehorsam. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.

Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

 

Liebe Gemeinde,

was sucht man nicht alles im Leben: Die Auto- und die Haustürschlüssel, den Geldbeutel und die Bankkarte, die Garantiebescheinigung für den kaputten Toaster und die Quittungen für die Steuererklärung, die Reiseunterlagen und, ganz aktuell, den Impfpass.

Das nur an Äußerlichkeiten – wie viel mehr Wichtigkeit hat die Suche nach den richtigen Freunden und Freundinnen, die Suche nach einem Ausbildungsplatz und dem passenden Beruf, die Suche nach dem richtigen Partner oder der richtigen Partnerin, die Suche nach dem geeigneten Zeitpunkt für ein Kind, die Suche nach einer Wohnung oder einem Heim, die Suche nach dem Lebenssinn usw. usw.

Ich glaube, das Leben besteht nicht aus Warten, wie das immer so schön heißt, sondern aus Suchen. Wir suchen, weil wir etwas verloren haben oder weil wir etwas noch nicht gefunden haben.

Auch unser Predigttext heute handelt vom Suchen und Finden, aber hier geht es nicht um Autoschlüssel oder um eine Garantiebestätigung, sondern um ein halbwüchsiges Kind. Um Jesus, 12 Jahre alt, Sohn der Maria und des Joseph, gebürtig in Bethlehem, wohnhaft in Nazareth, verloren gegangen in Jerusalem. Dorthin zog die Familie zusammen mit Freunden und Verwandten einmal im Jahr, um das Passafest zu feiern. Das Passafest ist das religiöse Hauptfest der Juden und erinnert an den Auszug aus Ägypten. Die Befreiung wird dort gefeiert, die Rettung, die Gott seinem Volk zuteilwerden ließ, indem er es herausholte aus der Sklaverei. Gefeiert wird, dass Gott auch bei der anschließenden 40-jährigen Wanderung durch die Wüste, auf der Suche nach dem gelobten Land, sein Volk immer wieder bewahrte und aus mancherlei Gefahren rettete. Dort in dieser Zeit hat sich viel festgemacht vom Glauben der Juden an ihren mitgehenden Gott, der mit ihnen sucht, der sie führt, der sie ihr Ziel finden lässt. Einmal im Jahr versammeln sich so alle, die können, in Jerusalem, gehen zum Tempel, hören die Auszugsgeschichten, opfern, beten, danken, bitten.

So auch die Eltern von Jesus und ihre Familien und Freunde. Gemeinsam waren sie nach Jerusalem gezogen, hatten dort gefeiert und gebetet – nun ist das Fest vorbei und alle gehen zurück nach Hause. Alle? Nein, einer fehlt – Jesus. So stellen die Eltern nach ca. einem Tag fest. Das mag einen wundern: Ein ganzer Tag ist doch lang. Ist da denn niemandem aufgefallen, dass Jesus fehlt? In der Bibel steht, dass die Eltern ihn bei seinen Kameraden vermuteten oder bei den Verwandten. Das leuchtet ein – und das sind ja auch oft genau die klassischen Missverständnisse, die auch heute noch dazu führen, dass z.B. ein Kind in der Autobahnraststätte vergessen wird, weil jeder denkt, es ist beim andern im Auto. Wie auch immer – irgendwann fällt es auf und die Suche beginnt. Kann ich mir richtig vorstellen, wie Maria und Joseph Gruppe um Gruppe abklappern und ihren Sohn suchen. „Wo steckt er denn nur“, werden sie sich gedacht haben. „Irgendwo muss er doch sein.“

Ist er aber nicht. Bei seinen Altersgenossen ist er nicht, bei den Onkels und Tanten nicht, bei der ganzen Nazareth-Gruppe ist er nicht. Nun wird sich die Unruhe zunehmend mit Angst gemischt haben – ist dem Kind womöglich etwas passiert? Ist es irgendwo vom Weg abgekommen, gestürzt, hat sich verletzt? Hat es gar jemand entführt? Die Suche wird zunehmend hektischer, aber dann steht doch irgendwann fest: Jesus ist nicht zu finden. Und so bleibt nur eins: Maria und Joseph müssen zurück, den Weg absuchen bis nach Jerusalem. Irgendwo muss ihr Kind doch sein – es kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben!

Also zurück – und dann beginnt der Albtraum erst recht. Der Weg zurück, bei jeder Wegbiegung, jedem Dorf wird sie wieder aufgeflackert sein, die Hoffnung, vielleicht ist er hier, vielleicht weiß jemand was, aber nein, nichts. Also weiter, weiter. Da ist Jerusalem wieder und noch immer sind viele Leute hier, ein Getümmel und Gewusel – wie soll man da ein halbwüchsiges Kind finden. Sie gehen zu allen Stellen, an denen sie waren, vielleicht zur Herberge, wo sie gewohnt haben, sie fragen alle Leute: „Habt ihr unseren Sohn gesehen?“ Und immer wieder, nein, nein, nein.

Drei Tage dauert dieser Albtraum – ein Horror für alle Eltern. Drei Tage, in denen sich Maria und Joseph sicher alles ausgemalt haben, wozu die menschliche Phantasie fähig ist. Ob sie auch an die besondere Geburtsgeschichte von Jesus gedacht haben, an die besonderen Verheißungen, die über diesem Kind vor 12 Jahren ausgesprochen worden waren? Ob sie gebetet haben, z.B. so: „Gott, wir haben doch gerade Passa gefeiert, dich als rettenden Gott angebetet! Gott, du kannst doch unser Kind nicht verloren geben, rette unser Kind!“ Haben sie so gebetet, so wie auch heute noch viele, viele Eltern beten, die Todesangst um ihre Kinder ausstehen? Hat ein solches Gebet sie dann vielleicht zum Tempel geführt, zum Haus Gottes?

Dort finden sie ihn jedenfalls, seelenruhig sitzend zwischen den Lehrern, den Rabbis – und die Eltern sehen, wie er zuhört, ja wie er selber Fragen stellt und wie die Erwachsenen erstaunt sind über diese Fragen und auch über die Antworten, die er gibt.

Ich frage mich, ob hier die Bibel es nicht ein bisschen beschönigend darstellt, wenn es so sacht heißt: „Maria sprach zu ihm“. Also, ich hätte mindestens gebrüllt, dass die Wände des Tempels beben, vor Erleichterung, klar, aber auch vor Wut: „Bist du noch zu retten? Wie kannst du einfach abhauen und uns in Angst und Schrecken versetzen? Drei Tage lang haben wir dich gesucht, sind fast wahnsinnig geworden vor Sorge um dich – warum nur hast du das getan?“

Und endgültig die Sprache verschlagen hätte es mir, wenn ich diese Antwort bekommen hätte: „Warum? – Warum habt ihr mich denn gesucht? Könnt ihr euch doch denken, dass ich hier sein muss, hier im Haus meines Vaters.“ Wieder heißt es recht sanft: „Das verstanden sie nicht.“ Was genau gesprochen wurde, ob Tränen flossen, ein paar Ohrfeigen angedroht wurden, Hausarrest verhängt wurde oder ob es tatsächlich einfach so stehen gelassen wurde – wir wissen es nicht. Nur noch das: Jesus geht wieder mit nach Hause, in sein anderes Zuhause, nach Nazareth. Er gehorcht Vater und Mutter. Erst 18 Jahre später wird er sie ganz verlassen, dann wird es endgültig, dann wird es öffentlich werden, wohin er gehört, wem er wirklich untertan ist, wer sein tatsächlicher Vater ist.

 

Was ist das nur für eine Geschichte? Soll sie Eltern trösten, die gerade selber pubertierende Kinder haben, so nach dem Motto: „Der heranwachsende Gottessohn war fei a ned immer der Brävste!“

Doch, ich denke schon, dass das tatsächlich hier auch mitschwingt, sehr tröstlich, denn von mir selber und von so vielen anderen Müttern und Vätern kenne ich die Seufzer, die einem diese Altersphase entlockt. Da sitzt man auch manchmal daheim und denkt „Kind, wann hast du dich nur so von mir entfernt? Gerade hatte ich dich doch noch sicher an der Hand –und nun bist du weg, entfernst dich, löst dich, kommst mir so plötzlich und gründlich abhanden. In welcher Welt lebst du, zu der ich manchmal gar keinen Zugang habe? Und wenn ich frage, wenn ich dich zu erreichen suche, dann gibst du mir freche Antworten oder sagst etwas, was ich nicht verstehen kann.“ Eltern sein – das ist so schwer, weil die Liebe verlangt, herzugeben, frei zu geben, was man doch ans Herz gedrückt behalten möchte.

Aber: So sehr wir uns in dieser Geschichte wirklich tröstlich als uns sorgende Menschen wiederfinden dürfen, es würde zu kurz greifen, sie nur so zu deuten.

Wir müssen doch auch noch ein Stück weiter gehen. Jesus tut und sagt hier etwas, was absolut elementar für unseren Glauben ist. Er legt nämlich mit seinem Tun das aus, was er später als das wichtigste Gebot bezeichnen wird: Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele, deiner ganzen Kraft. Genau das tut er hier. Dort bei Gott, im Tempel, im Haus seines Vaters – dort muss er sein. Das ist sein Platz. Dort findet er, was er sucht: Gott. Dort findet er sich selbst, könnte man in diesem speziellen Fall sagen. Jesus wächst heran. Und wie jeder Heranwachsende fängt er an zu suchen, was sein Leben bestimmen soll. Jesus findet sich selbst, nimmt zu an Weisheit und Alter und findet Gnade bei Gott und den Menschen.

 

Um noch einmal zum Anfang zurückzukehren: Wir suchen viel in unserem Leben. Autoschlüssel und Geldbeutel, Freunde und Lebenspartner, einen Lebenssinn, die Liebe. Aus dieser Geschichte vom suchenden Jesus aber können wir dies mit nach Hause nehmen: Dass unsere Hauptsuche die sein soll, ganz bei Gott sein zu wollen, seine Nähe zu suchen, durchaus auch mal in Abgrenzung zu anderen, die das gerade überhaupt nicht verstehen können.

Bei Gott letztendlich anzukommen, ihm die höchste Priorität im Leben zu geben: Das soll der Mittelpunkt unseres Lebens sein. Haben wir den gefunden, wird sich alles andere daraus ergeben. Auch ganz am Ende unseres Lebens. Es ist bestimmt kein Zufall, dass es auch da ein Wort in der Bibel gibt, das vom Suchen redet und eine ähnlich erstaunte Frage stellt wie Jesus seinen verdatterten Eltern. Als Jesus auferstanden war, da fragten nämlich die Engel am Grab die Frauen: „Warum seid ihr denn hier? Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“

 

Gott als Mittelpunkt zu haben, heißt so unter Umständen, dass wir manche Fragen gar nicht mehr stellen müssen und manches gar nicht mehr suchen müssen, weil wir es schon gefunden haben. Gott als Mittelpunkt zu haben, heißt unter Umständen auch, dass wir andere manchmal vor den Kopf stoßen müssen oder zumindest kein Verständnis von ihnen erwarten können, weil sie den Weg, den wir im Glauben gehen, nicht nachvollziehen können.

Maria und Joseph fanden Jesus damals wieder, nur um erkennen zu müssen, dass sie ihn verlieren werden, damit er die Verlorenen suchen und heimbringen kann. Was in der Bibel immer nur so zwischen den Zeilen erahnt werden kann, wird, ähnlich wie heute, viele Tränen gekostet haben. Um dann, in Vertrauen auf Gott, gut werden zu können. Amen.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alles menschliche Verstehen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Bettina Weber

Neujahrstag

1. Januar 2021

Gedanken zur Jahreslosung

 

Liebe Gemeinde,

Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist! – so heißt der Vers aus dem Lukasevangelium, der uns dieses Jahr als Jahreslosung begleiten möchte. Die Künstlerin Angelika Litzkendorf hat den Text mit einem Aquarell künstlerisch gestaltet. Von oben strahlt Licht auf das Kreuz und färbt die eine Seite golden. Gleichzeitig strömt Wasser vom Himmel und färbt die andere Seite blau. Licht und Wasser, die zu den ersten Schöpfungswerken Gottes gehören, kommen zusammen und ermöglichen Leben. Licht und Wasser fließen über das Kreuz hinab in eine Schale, die davon vollständig gefüllt wird und deshalb ihren Überfluss weitergeben kann an eine andere Schale, die wiederum überfließt. So füllt sich Schale um Schale.

 

Die Künstlerin hat ihr Bild „Barmherzig“ genannt und lässt damit anschaulich werden, wie Barmherzigkeit vom Kreuz ausgeht, überfließt und dann von Mensch zu Mensch weitergegeben wird.

Die Schalen – das sind wir. Wir dürfen vor Gott wie solche Schalen sein. Wir können und sollen Gott unsere Bedürfnisse, Sorgen, Ängste und Fehler hinhalten wie leere Schalen. Gott sieht uns sowieso wie wir sind. Wir brauchen nicht so tun, als hätten wir von allem immer die Fülle. Gott empfängt uns mit offenen Armen und fließt quasi in uns hinein. Er kann gar nicht anders. Denn Gott ist die Liebe.

Man kann sich das gut mit der Sonne verdeutlichen: Was erwarten wir denn von der Sonne? Na ja, dass sie scheint eben. Das können wir auch erwarten, denn die Sonne kann gar nicht anders. Sie scheint immer, auch wenn wir das nicht immer als Sonnenschein sehen. Aber sie scheint. Das ist ihr Wesen. Einen An-und Ausschalter gibt es nicht. Oder dass sie mal keine Lust hat oder jemanden nicht für wert halten würde, dass sie auf ihn oder sie scheint. Die Sonne scheint immer. So ist sie eben.

Gott ist die Liebe. Er kann gar nicht anders. Das ist sein Wesen. Auch wenn wir das nicht immer als Liebe sehen oder erkennen können. Aber Gott ist die Liebe. Einen An-und Ausschalter gibt es nicht. Oder dass er mal keine Lust hat oder jemanden nicht für wert halten würde, ihn oder sie zu lieben. Gott liebt. So ist er eben.

Diese Liebe verströmt er. Sie fließt über – hoffentlich in die Schalen von vielen Menschen hinein, die dadurch auch mit Liebe gefüllt werden.

Entscheidend dabei ist die Reihenfolge: Es ist Gott, der zuallererst gibt. Er sagt nicht: „Du musst immerzu geben!“ Er möchte vielmehr, dass wir immerzu empfangen. Denn nur dann können wir auch zu Weitergebenden werden.

Die Bibel erzählt uns wunderbare Geschichten von der Liebe Gottes. Mit eine der bekanntesten ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Jesus erzählt hat, um die Liebe Gottes zu beschreiben. Wir kennen diese Geschichte vermutlich alle, diese Geschichte vom Vater, der zwei Söhne hat und der eine fordert sein Erbe, geht in die Welt hinaus und setzt alles in den Sand. Bei den Schweinen landet er als Schweinehüter – und das war für die Juden, für die Schweine unreine Tiere sind, so ziemlich das heftigste Bild für einen totalen sozialen Absturz. Da bereut der junge Mann von Herzen, was er getan hat und beschließt zurück zum Vater zu gehen. Er erwartet nicht, dass dieser ihn wieder als Sohn aufnimmt, aber er hofft, dass er wenigstens für ihn arbeiten kann. Was dann kommt, übertrifft alles: Der Vater sieht ihn, läuft ihm entgegen, küsst und herzt ihn und lässt dann ein großes Fest für ihn vorbereiten, weil er sich so freut, dass sein Kind wieder da ist. Wow! Das ist Barmherzigkeit. Wörtlich bedeutet es: Ein Herz für die Armen und Unglücklichen zu haben.

In dieser Geschichte, die Jesus erzählt, kommt auch die andere Stimme in uns vor, denn der ältere Sohn, der immer brav gearbeitet hat, ist empört über dieses Verhalten des Vaters: „Ich habe mich immer abgemüht“, so sagt er enttäuscht und verletzt zu seinem Vater, „aber für mich hast du nie ein Fest ausrichten lassen. Und dann kommt der daher, der so ziemlich in allem versagt hat und du lässt ihn feiern! Das soll gerecht sein? Wenn Barmherzigkeit so aussieht, dann ist es unfair!“

Ich kann ihn gut verstehen. Bestimmt wäre ich genauso verletzt gewesen. Hätte mich zurückgezogen in gekränktem Stolz. Wie gut, dass in dem Gleichnis der Vater auch diesem Kind nachgeht und ihm zu erklären versucht, was sein Herz bewegt: „Ich liebe doch alle meine Kinder gleich“, sagt er – „wie könnte ich mich nicht freuen, wenn eins zurückkommt, von dem ich dachte, es sei verloren gegangen.“

Dennoch will ich unser Bedürfnis nach Gerechtigkeit nicht unter den Tisch kehren. Und da will ich an eine andere ebenso wunderbare Geschichte erinnern. Es ist die Geschichte einer Frau, die beim Ehebruch erwischt und vor Jesus gebracht wurde. Er soll sie verurteilen, denn schließlich hat sie ein Gebot gebrochen und darauf steht die Todesstrafe durch Steinigung. Jesus sagt: „Ihr habt Recht. Sie hat ein Gebot gebrochen. Sie muss bestraft werden. Hebt Steine auf – und der, der noch nie ein Gebot gebrochen hat, der darf den ersten Stein werfen.“

Da gehen sie alle fort und Jesus, er, der den ersten Stein tatsächlich hätte werfen dürfen, sagt: „Ich verurteile dich nicht, aber sündige nicht mehr.“ Eine deutliche Mahnung. Und ich bin froh, dass es sie gibt, sonst wäre ja irgendwie alles egal.

Mit diesen beiden Geschichten kann man gut erklären, was die Barmherzigkeit Gottes bedeutet: Gott liebt und nie wird er einen Menschen, dem von Herzen etwas leid ist, abweisen. Gott liebt und er will nicht, dass wir sündigen. Weil seine Gebote dem Frieden dienen. Würde jeder Mensch sich ab sofort an die Gebote halten, so sähe unsere Welt schlagartig anders aus.

Weil wir aber doch immer wieder sündigen, ist dieses Bild von den Schalen so wunderbar: Die Liebe Gottes strömt immer nach und macht rein, wäscht ab, spült raus, was schmutzig und dreckig macht. Und das verändert Menschen eben auch in ihrem Verhalten. Wir werden nie Engel werden, aber je dichter wir an Gott heranrücken und je bewusste uns wird, dass wir zuallererst Empfangende sind, umso mehr werden wir auch Gebende sein können. Weil Gott barmherzig ist, weil er ein Herz für alle Armen und Unglücklichen hat, sollen auch wir ein Herz füreinander haben.

Ein wunderbares Bild, ein wunderbarer Bibelvers für das neue Jahr. Amen.

 

Seien Sie herzlich gegrüßt von Ihrer Pfarrerin Bettina Weber

 

 

 

Evang-luth. Kirchengemeinde Kulmbach-Mangersreuth

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